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Platin steht nicht nur im Bereich der Armbanduhren für das Beste vom Besten. Wenn das Edelmetall dann auch noch eine Uhr aus dem Hause A. Lange & Söhne umhüllt, kommt da eigentlich schon nichts mehr drüber. Außer vielleicht – gleich sieben Stück davon.

A. Lange und Söhne steht für höchste Handwerkskunst aus dem beschaulichen Glashütte in Sachsen. Uhren dieser Marke sind in “freier Wildbahn” eher rar gesät, solche aus Platin sowieso. Bei meinem Besuch im Auktionshaus Dr. Crott in Mannheim, bekam ich allerdings gleich sieben dieser Zeitmesser vor die Linse.

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Beginnen will ich diesen Überblick der “glorreichen sieben” mit der Katalog Nr. 23. Die Richard Lange aus ca. 2011 konzentriert sich in ihrer Optik auf das Wesentliche – die Zeit. Sie ist eine klassische Drei-Zeiger-Uhr mit gebläutem, zentralen Sekundenzeiger. Mit diesem und der fein unterteilten Minuterie lassen sich sogar Sechstel-Sekunden ablesen.

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Verbaut ist das Handaufzugskaliber L041.2 mit der typischen Glashütter Dreiviertel-Platine. Die 40,5 Millimeter große Uhr kommt in der Originalschatulle. Der Schätzpreis beträgt 14.000 – 25.000 Euro.

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Auch das Modell 1815 gibt sich in seinem Äußeren sehr klassisch. Stunde, Minute, dazu eine kleine Sekunde bei 6 Uhr. Mehr braucht die nach dem Geburtsjahr von Ferdinand A. Lange benannte 1815 nicht. Das Zifferblatt ist mit einer Eisenbahn-Minuterie versehen, die so auch auf den historischen Taschenuhren der Marke zu finden war.

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Als Werk kommt das Handaufzugskaliber L051.1 zum Einsatz, ebenfalls mit Dreiviertel-Platine und handgraviertem Unruhkloben. Die 40 Millimeter große Uhr ist die Nummer 258 einer auf 500 Stück limitierten Serie. Katalog Nr. 38 stammt aus 2012, kommt mit Originalschatulle, Zertifikat und Anleitung und hat einen Schätzpreis von 15.000 – 25.000 Euro.

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Ebenfalls aus der Modellreihe 1815 kommt Katalog Nr. 71. Im Jahr 2006 feierte der Münchner Juwelier Andreas Huber sein 150. Jubiläum. Zu diesem Anlass legte A. Lange & Söhne eine Sonderedition auf.

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Die 1815 Kalenderwoche wurde in einer auf lediglich 50 Exemplare limitierten Serie herausgebracht. Diese Uhr trägt die Nummer 45/50. Schatulle, Zertifikat, Bedienungsanleitung und das Buch zur Uhr sind vorhanden.

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Das besondere an dieser Uhr: der zentrale gebläute Zeiger zeigt auf die außerhalb der Minuterie gedruckte Kalenderwochenanzeige, ein zusätzlicher, ebenfalls gebläuter Zeiger innerhalb der kleinen Sekunde gibt dazu den Wochentag an.

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Die Anzeige kann mit Hilfe von zwei Korrekturdrückern eingestellt werden. Das Handaufzugskaliber L045.1 ist mit einer Gravur “Andreas Huber München 1856 – 2006” versehen. Schätzpreis: 22.000 – 32.000 Euro.

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Kommen wir mit Katalog Nr. 22 zu einer Platin Lange mit automatischem Aufzug, der Großen Langematik Gangreserve.

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Auch diese Uhr stammt aus 2006, auch diese Uhr wurde zum Jubiläum eines Juweliers herausgegeben. 100 Jahre Wempe – entsprechend die Limitierung der Uhr: 100 Stück. Dieses Exemplar ist Nummer 37 / 100.

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Die Uhr ist mit einer kleinen Sekunde bei 6 Uhr und einer Gangreserveanzeige bei 12 Uhr versehen. Im 40,5 Millimeter großen Gehäuse arbeitet das Kaliber L921.6 als Sax-O-Mat (Automatikaufzug) mit Zero Reset, also der automatischen Nullstellung der kleinen Sekunde, zieht man die Krone.

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Der Rotor des Automatikkalibers wurde dezentral verbaut, sodass die Merkmale der Dreiviertelplatine und des Unruhklobens gut sichtbar bleiben. Für die Uhr, die mit Schatulle inklusive integriertem Uhrenbeweger, sowie den üblichen Papieren kommt, wird der Schätzpreis mit 22.000 – 32.000 Euro angegeben.

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Richard Lange Referenzuhr – auf diesen Namen hört Katalog Nr. 73. Die Uhr aus dem Jahre 2010 ist Nummer 24 einer auf 50 Exemplare limitierten Edition. Die Referenzuhr knüpft an die lange Tradition der Beobachtungsuhren an. Neben höchster Präzision stand bei diesen die bestmögliche Ablesbarkeit im Vordergrund.

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Stunden- und Minutenzeiger kommen bei Ihr aus dem Zentrum, die gar nicht mal so kleine kleine Sekunde liegt bei 8 Uhr. Zusätzlich ist ihr gegenüber auf der 4-Uhr Position die Gangreserveanzeige zu finden.

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Das Handaufzugkaliber L033.1 verfügt über einen Zero-Restart-Mechanismus, der über den zusätzlichen Drücker bei 2-Uhr bedient wird. Der Schätzpreis der 40,5 Millimeter großen Uhr, deren Set ebenfalls Schatulle, Buch zur Uhr, Bedienungsanleitung und das Originalzertifikat beinhaltet, liegt bei 36.000 – 50.000 Euro.

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Was wäre ein Artikel über die schönsten A. Lange & Söhne Uhren ohne sie: die Lange 1. In Katalog Nr. 37 wartet eine Lange 1 Zeitzone aus dem Jahr 2005.

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Auf dem großen Städtering sind die Namen von 24 Weltstädten gedruckt. Der große Ziffernkreis zeigt dabei immer die Heimatzeit an, der kleine Ziffernkreis die Ortszeit in der jeweils gewählten Stadt, respektive Zeitzone.

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Durch Betätigen des Korrekturdrückers bei 8 Uhr schaltet der Städtering immer eine Position weiter, gleichzeitig rückt auch der Stundenzeiger des kleinen Ziffernkreises eine Stunde weiter. Welche Zeitzone gerade gewählt ist, darüber gibt ein kleiner Pfeil Auskunft. Hier zum Beispiel ist es die Zeit von Midway.

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Auch darüber, ob es nun Zehn Uhr am Morgen oder in der Nacht ist, lässt die Lange 1 Zeitzone ihren Besitzer nicht im Unklaren. Gangreserve und Großdatum sind weitere Eigenheiten der 42 Millimeter großen Uhr, die vom Handaufzugskaliber L031.1 angetrieben und zu einem Schätzpreis von 26.000 – 35.000 Euro geführt wird.

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Getreu dem Motto “save the best for last” habe ich mir das absolute Highlight natürlich bis zum Schluss aufgehoben. Auch bei Katalog Nr. 75 ist der Name Programm: Lange 1 Tourbillon Ewiger Kalender Handwerkskunst. Noch Fragen?

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Schauen wir uns diese Uhr dennoch einmal genauer an. Das Zifferblatt, es besteht übrigens aus massivem Weißgold, ist aufwendig in Relieftechnik dekoriert. Über den Außenring und einen Pfeil bei 6 Uhr lässt sich der Monat ablesen. Das kleine Fenster oberhalb des Pfeiles wiederum gibt Auskunft über das Schaltjahr.

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Die Mondphasenanzeige ist in die kleine Sekunde bei 7 Uhr integriert, zwischen 8 und 10 Uhr finden wir eine retrograde Wochentagsanzeige. Die blauen Ziffern des Großdatums sind von Hand gemalt, eine Tag/Nacht-Anzeige befindet sich im großen Ziffernkreis.

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Damit die Ablesbarkeit nicht weiter leidet, entschied man sich bei A. Lange & Söhne dazu, den Tourbillon nur von der Unterseite aus sichtbar zu machen. Je nach Position des ebenfalls sehr fein gravierte Zentralrotor des Automatikkalibers L082.1 fällt der Blick dann direkt auf den aus 69 Teilen bestehenden Tourbillon-Mechanismus. Die Oberseite des Käfigs verfügt über eine Schwarzpolitur.

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Diese spezielle Lange 1 im 41,9 Millimeter Gehäuse stammt aus 2014 und ist Nummer 9 einer auf nur 15 Exemplare limitierten Serie. Originalschatulle mit integriertem Uhrenbeweger, Bedienungsanleitung, Buch zur Uhr und Garantie sind ebenso dabei wie Stellstift, Lupe, Tuch und ein signiertes Zertifikat des Meistergraveurs. Das alles zum Schätzpreis von 230.000 – 320.000 Euro.

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Wer diese ganz besonderen Uhren einmal live sehen möchte, der hat im Rahmen der Vorbesichtigungen zur Auktion noch einmal Gelegenheit. Diese finden am kommenden Freitag, 11. November 2016 von 14 – 20 Uhr, sowie am Samstag, 12. November 2016 zwischen 8:30 und 11 Uhr statt. Die 94. Auktion selbst beginnt anschließend um 12 Uhr. Adresse: das SkyLoft im Sheraton Frankfurt Airport Hotel.

 

Fotos & Text: © Percy Christian Schoeler (PCS) 2016

 

 

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