by R-L-X

Auf dem Goodwood Revival 2013 kämpfen Auto-Raritäten, die man eigentlich eher im Museum erwartet denn im harten Kampf auf der Rennstrecke. Lesen Sie heute Teil 2 von Joe’s Bericht.

Der Hauptgrund weshalb jedes Jahr 150.000 Leute auf das Gelände des Earl of March pilgern sind die Rennfahrzeuge. Dabei handelt es sich nicht um irgendwelche, aus Garagen hervorgezogene und notdürftig restaurierte  Oldtimer, sondern teilweise Preziosen, die noch vor kurzem für Millionenbeträge auf Auktionen ihren Besitzer wechselten. Fahrzeuge, die man gut behütet und versteckt vor der Weltöffentlichkeit in klimatisierten Garagen vermutet. Doch hier werden diese Fahrzeuge, wie schon mindestens 50 Jahre zuvor, hart rangenommen. Der eine oder andere mag zwar vielleicht aus Angst um sein Fahrzeug etwas mehr Abstand zu seinen Konkurrenten halten, doch der Großteil schenkt sich nichts im harten Kampf um Platzierungen.

Die wohl lautesten Rennen des Wochenendes waren mit Abstand die der Motorräder. Im Fahrerlager war kurz vor dem Start zum Barry Sheene Memorial der ohrenbetäubende Lärm selbst mit Gehörschutz kaum auszuhalten.

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In der Tourist Trophy trafen die größten Fahrzeuge des Wochenendes auf die kleinsten – Ford Galaxie gegen die Minis. Wobei die Minis nahezu den größten Lärm aller Rennfahrzeuge machten. Daneben war das dumpfe Donnern der Ford Galaxie eher zu spüren als zu hören. Überhaupt ist es ein seltsamer Anblick, die riesigen Galaxie von den winzigen Minis verfolgt zu sehen. Da kommt einem sehr schnell die Analogie vom kleinen aggressiven Wadenbeisser in den Sinn.

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Die 1800 Ti/SA waren zwischen den Fahrzeugen, überhaupt nicht zu hören, was ich persönlich etwas schade fand.

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Das aggressive Auftreten der Minis führte jedoch auch zu allerlei Ausrutschern.

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Das wohl teuerste Starterfeld des Wochenendes bot das RAC TT Celebration Race. Gerüchte über einen Gesamtwert im dreistelligen Millionenwert glaubt man beim Anblick der Starterliste sofort. Neben Ferrari 250 aller Bauarten kämpfte hier alles was gut und teuer ist um beste Plätze. Ein grober Patzer kann hier schon Millionenwerte aufs Spiel setzen – was die meisten aber nicht daran hinderte, die Fahrzeuge artgerecht zu bewegen.

Chris Harris hat das in einem Tweet recht gut auf den Punkt gebracht:

@harrismonkey

Während die Trainings und das Qualifying noch recht trocken abliefen…

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…begann es zum eigentlich Rennen immer stärker zu regnen

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etwas überraschend holte sich kurz vor Ende der Aston Martin Project 212 die Führung und den Sieg. Nachdem er dieses Jahr erst komplett neu aufgebaut wurde, trägt er am linken hinteren Radlauf bereits wieder Kampfspuren. Hier wird sich auf dem Weg zum Sieg nichts geschenkt.

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Jedes Rennen einzeln zu nennen würde den Rahmen sprengen, daher lediglich ein paar Bilder aus anderen Klassen.

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Für Zweiradinteressierte waren ausserdem in der Lavant Corner in der Scramble Trophy jeden Tag historische Motocrossrennen zu sehen:

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Spiele im Dreck für große Jungs 😀

Engländer haben einen besonderen Bezug zu ihrer Geschichte, vor allem aber zum zweiten Weltkrieg. Spitfires werden als Inbegriff des englischen Widerstands gesehen und sind auch überall anzutreffen. Egal ob als static display auf einem Kreisverkehr oder in der Luft. Wir waren keine halbe Stunde in Folkestone angekommen, als uns schon die erste Spitfire überflog.

Auf dem Gelände fuhren immer wieder Willys Jeeps oder es waren kleine Militärlager aufgebaut. Von den Besuchern trugen auch nicht wenige RAF-Uniformen oder amerikanische Uniformen aus dem zweiten Weltkrieg.

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Die Damen, die es etwas legerer wollten mimten derweil “Rosie the Riveter”:

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Goodwood ist ursprünglich und immer noch auch ein Flugplatz. Als nach dem zweiten Weltkrieg diese Flugplätze nicht mehr benötigt wurden, entstanden auf den meisten davon kleine Rennstrecken, von denen manche bis heute überlebt haben.  Das ist auch der Grund, weshalb Flugzeuge und vor allem Spitfires hier auch überhaupt nicht fehlen durften.

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Mehrmals täglich flogen sie Spitfire mit ihrer “amerikanischen Schwester”, der P51 Mustang, ein paar Runden für die Zuschauer. Man (lies: ich) kann einfach nicht umhin bei jedem overhead pass Gänsehaut zu bekommen (ich bekomme jetzt gerade beim Schreiben wieder eine!)

Der Klang, das Aussehen, die Flugbahn – einfach majestätisch! Der Skill der Piloten war auch enorm – erkennbar daran, dass im Formationsflug so gut wie keine Bewegung der Flugzeuge zueinander erkennbar war. Egal welche Kurve oder Figur sie flogen, die beiden waren wie zusammengeklebt.

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Fotos & Text: © Joe (muigaulwurf) 2013

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