by R-L-X

Seit diesem Jahr bietet Audemars Piguet seinen Royal Oak Chronograph auch wieder in Gelbgold an. Wir haben uns die 26320BA mit blauem Blatt genauer angesehen. Ein Review.

Ein Review über den Chronograph der Royal Oak? Klingt gut, ist aber ein echtes Problem. Denn was schreibt man zu einer Uhr, zu der man eigentlich gar nichts mehr sagen müsste? Schließlich ist die Royal Oak eine echte Ikone. Und das, seit dem Jahr 1972 (mehr zur Geschichte der Royal Oak gibt es im Review der 15202ST und der 15400ST zu lesen).

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Der klassischen Zwei- respektive Drei-Zeiger-Uhr stellte Audemars Piguet viele Jahre später auch einen Chronograph zur Seite.Vor knapp 20 Jahren war das und auch der Royal Oak Chrono, ebenfalls 39 Millimeter groß, wurde ein ziemlicher Erfolg. Seit 2012 gibt es nun die aktuelle Version. Diese heißt 26320 und misst moderne 41 Millimeter.

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2012 – der Darsteller meines heutigen Hands-on ist also nicht einmal mehr eine Neuheit? Nun, wie man es nimmt. Denn zum SIHH 2016 brachte Audemars Piguet mehrere Royal Oak Modelle in einer neuen Gelbgoldlegierung heraus (mehr dazu im Review des wunderbaren ewigen Kalenders Royal Oak 26574 hier). Und der Chrono 26320BA ist eines dieser neuen Modelle.

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Streng genommen sogar zwei, denn neben der hier gezeigten Version mit dem blauen Tapisserie-Dial gibt es ebenfalls noch eine Variante mit silberfarbenem Blatt.

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Fassen wir einmal zusammen: es gibt also zwei neue Versionen einer vier Jahre alten Variante eines bald 45 Jahre alten Klassikers. Wunderbar. Damit wäre doch schon alles gesagt. Fast. Der Preis fehlt noch. 26320BA.OO.1220BA.01 und 26320BA.OO.1220BA.02 kosten jeweils 55.400 Euro. Review beendet. Das ging ja fix.

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Nein. Nein, nein, nein. So nicht. Nicht mit mir. Denn auch, wenn das Grundkonzept des Designs bereits hinlänglich bekannt ist – was an der Royal Oak so fasziniert, das ist, dass man bei jeder Begegnung mit ihr immer Neues entdeckt, immer tiefer in die Sprache Gerald Gentas eintaucht.

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Nehmen wir beispielsweise nur mal dieses einzigartige Zifferblatt, welches noch immer auf den ursprünglichen Maschinen gefertigt wird und dadurch einfach eine einmalige Dreidimensionalität erhält.

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Oder das Band. Jedes einzelne Bandglied mit perfekt definierten Kanten, Brechungen, Struktur. Da kann man einfach seinen Blick nicht von lassen. Hier übrigens noch einmal recht gut zu sehen: der Unterschied zwischen der neuen Gelbgold-Legierung und dem Rotgold von Audemars Piguet.

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Generell, dieses Finish! Dieses Spiel von polierten und satinierten Flächen will einfach nicht langweilig werden, egal wie oft man schon eine Royal Oak gesehen hat.

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Oder nehmen wir die extrem flache Bauweise. Mit 10,8 Millimetern kann die 26320 natürlich nicht ganz mit der 15400 (9,8 Millimetern) mithalten, mit der 15202 (8,1 Millimeter) schon gleich gar nicht, dennoch wirkt auch die Bauhöhe des Chronos Royal-Oak-typisch dezent.

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Damit der Royal Oak Chrono nicht zu dick wird, vertraut man übrigens seit jeher auf das Kaliber 2385. Dieses stammt aus dem Hause Frédéric Piguet und heißt dort Kaliber 1185. Frédéric Piguet gehört mittlerweile zur Swatch Group und ist dort in die Manufaktur Blancpain eingegliedert.

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Dass es sich somit nicht um ein eigenes Manufakturwerk handelt, das ist ein Kritikpunkt, der bezüglich des Royal Oak Chronos von Zeit zu Zeit immer mal wieder auftaucht. Meines Erachtens ist das Jammern auf einem extrem hohen Niveau. Und doch gibt es immer wieder Gerüchte, ein eigenes Chronographenkaliber sei in der Entwicklung.

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Das Kaliber 2385 (Foto: © Audemars Piguet)

Mit dem Kaliber 3126/3840 bzw. 3124/3841 hat man so etwas zwar bereits heute im Programm, doch durch die Bauhöhe, beide basieren auf dem Manufakturkaliber 3120 und werden mit einem aufgesetzten Dubois Depraz Chronographenmodul ergänzt, bleiben diese Kaliber den weitaus dickeren Offshore Modellen vorbehalten (auch die hatten wir hier auf luxify bereits im Review, so zum Beispiel hier die aktuelle Offshore und hier den neuen Offshore Diver Chrono) .

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Kaliber 3126 / 3840 der Offshore Chronographen (Foto: © Audemars Piguet)

Ob, wann und was sich diesbezüglich ändert, wird die Zukunft zeigen.

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Das 2385 jedenfalls schlägt mit einer Frequenz von 21.600 Halbschwingungen und kommt auf eine Gangreserve von 40 Stunden.

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Die Totalisatoren für Minute (bei 3 Uhr) und Stunde (bei 9 Uhr) liegen exakt auf der Mittelachse, die kleine Sekunde läuft im Hilfszifferblatt bei 6 Uhr. Das sorgt für ein sehr klassisches, ausgewogenes Chronographen-Gesicht. Die Datumsanzeige befindet sich in einem Sichtfenster, gelegen zwischen dem 4 Uhr und 5 Uhr Index.

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Der Boden der 26320BA ist massiv, also ohne Sichtfenster, und mit dem Royal Oak Schriftzug versehen. Wie die anderen aktuellen Royal Oak Modelle, ist auch der Chrono bis 50 Meter Wasserdicht.

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Wer vielleicht schon einmal eine Rotgold-Variante einer Royal Oak am Arm hatte, der weiß, nicht zuletzt durch das massive Band bringen diese Uhren ein ordentliches Gewicht mit.

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Um so schöner zu erleben, wie selbstverständlich sich auch der Gelbgold-Chrono ums Handgelenk schmiegt, wie dieses stattliche Gewicht sehr schnell zur angenehmen Normalität wird.

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Mein Fazit: zunächst einmal ein Wort der Entschuldigung. Für die vielen Wristshots in diesem Artikel nämlich. Man möge es mir nachsehen aber ich habe diese Schönheit einfach nicht mehr vom Arm bekommen. Der Audemars Piguet Royal Oak Chronograph ist eine bildschöne Uhr, eine sowohl optisch wie auch technisch, vor allem aber haptisch faszinierende Uhr. Eine Uhr, über die man eigentlich nicht viele Worte verlieren müsste, zu der es dann aber doch eine Menge zu sagen gibt.

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Fotos & Text: © Percy Christian Schoeler (PCS) 2016

 

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