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2006 eröffnete die Sternwarte Wempe im sächsischen Glashütte. Zum zehnjährigen Bestehen gibt es nun neue Modelle. Im Review: die neue Wempe Chronometerwerke Automatik.

Über 20 Jahre beschäftige ich mich mit dem Thema Uhren. Mindestens ebenso lange ist mir der Name Wempe ein Begriff. Kim-Eva Wempe führt heute das bekannte Familienunternehmen, gegründet übrigens 1878, in vierter Generation. Wempe als Konzessionär der Top-Marken ist sicher bekannt. Was hingegen vielleicht nicht jeder weiß ist, dass man seit zehn Jahren auch eigene Uhren produziert.

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Sternwarte Wempe Chronometerwerke Glashütte I/SA  steht an der Tür, erreicht man die kleine, feine Manufaktur oberhalb des traditionsreichen sächsischen Uhrmacherstädtchens.

Sternwarte

2004 entdeckte eine Delegation von Wempe aus Hamburg die kleine Sternwarte wieder und entschloss, diese zur einzigen deutschen Chronometerprüfstelle auszubauen. Zwei Jahre später feierte die Sternwarte Wempe Eröffnung. Im Neubau nebenan werden die eigenen Uhren gefertigt. Und just dort gibt es nun zum Zehnjährigen zwei spannende Neuzugänge.

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Sie hören auf den Namen Wempe Chronometerwerke Automatik, Referenz WG09 0001 (18kt Gold) und WG09 0002 (Edelstahl).

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Im hübschen 41-Millimeter-Gehäuse mit abgerundeten Gehäuseflanken, bombierter Lünette und tief heruntergezogenen Bandanstößen stecken Silber-Zifferblätter mit Eisenbahnminuterie, aufgesetzten Indexen und Feuillezeigern.

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Das beidseitig entspiegelte Saphirglas gibt den Blick auch auf das bei 3 Uhr gelegene Datum frei, welches so nah unter dem Zifferblatt liegt, dass es nicht verschattet werden soll.

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Ist das Blatt der Edelstahlversion in mattem Silber gehalten, wählte man für die Goldversion einen Champagnerton. Bei den Armbändern entschied man sich im Falle der Variante aus Edelstahl für ein schwarzes Full-Cut-Krokolederband, die Variante in Gold erhält ein cognacfarbenes Armband. Die Bänder werden in Deutschland genäht.

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Herkunft zählt, und das gilt auch für das eigentliche Highlight der beiden Neuheiten, ihr Automatikwerk.

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Konzipiert wurde das CW 4 genannte Kaliber zusammen mit Soprod. Allerdings werden über 50 Prozent der Komponenten in Glashütte produziert. Hier werden die Uhrwerke auch montiert und reguliert.

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Dank eines Doppelfederhauses in Reihenschaltung bringt es das CW 4 auf eine Gangreserve von mindestens 92 Stunden. Genug Kraft auch dann, sollten in Zukunft einmal weitere Module an das Grundkaliber “andocken”.

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Markant am CW 4 ist die Glashütte-typische Dreiviertelplatine die im Streifenschliff dekoriert ist und mit Goldchatons, sowie gebläuten Schrauben glänzen kann.

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Die Unruhbrücke ist handgraviert uns sitzt bei 7 Uhr.

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Sehr speziell ist der verkleinerte, dezentral angeordnete Rotor.

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Seine Schwungmasse aus massivem Wolfram ist beidseitig aufziehend und soll jederzeit den Blick durch das Saphirglas auf die Dreiviertelplatine freigeben.

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Die Unruh schwingt mit 28.800 Halbschwingungen, eine Schweizer Ankerhemmung ist für die Ganggenauigkeit zuständig. Diese muss nach DIN 8310 zwischen -4 und +6 Sekunden im mittleren täglichen Gang liegen, damit sich die Uhr Chronometer nennen darf.

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Mein Fazit: mit den beiden WG 09 Modellen bringt Wempe zwei sehr schöne, klassische und zeitlose Uhren auf den Markt. Mit ihrer Größe sind sie perfekte Dresswatches, die man(n) sich auf jeden Fall einmal näher anschauen sollte.

In den Handel kommen WG090001 und WG090002 im Oktober, die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 14.950 Euro für Gold und 6.950 Euro für Edelstahl.

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Fotos: © Wempe (3), PCS (13)
Text: © Percy Christian Schoeler (PCS) 2016

 

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