Heute wird es bunt.  Und ein bisschen verrückt. Das Wort „Highlights“ mag ich in Zusammenhang mit Uhren vielleicht etwas zu inflationär gebrauchen, doch fällt es schwer das, was Freitag in einer Woche, am 15. Mai in Frankfurt in Sachen Omega zur Auktion kommt, passender zu beschreiben. Die 70s bei Dr. Crott – eigentlich ist der Titel nicht ganz korrekt, den das Gros der Modelle erblickte bereits im Jahre 1969 das Licht der Welt.

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Beginnen wir mit einer Uhr, die vor zwei Jahren wieder neu ins Omega Modell-Programm aufgenommen wurde. Die Bullhead in Lot Nr. 272 allerdings ist noch das Original aus den 70ern bzw. sogar aus 1969. Sie hat einen Schätzpreis von 2.700 bis 4.000 Euro.

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Aus der selben Zeit stamt auch Lot Nr. 269. Die Seamaster 200 mit der Referenz 166.068 kommt an einem Milanaiseband, wie man es etwa von der Ploprof her kennt.

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Es wirkt an dieser Uhr allerdings ein wenig überdimensioniert, speziell durch die sehr hohe Schließe. Schätzpreis: 1.400 – 2.500 Euro.

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Geradezu riesig wirkt die Omega Seamaster in Lot Nr. 270. Sie hört auf den Namen Anakin Skywalker. Der Anakin Skywalker? Ja! Hat der die etwa getragen? Im Film? Ist mir da was entgangen? Nein. Natürlich nicht.

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Die Referenz 145.0023 kam 1970 in zwei Versionen auf den Markt. Eine davon war PVD-beschichtet und erhielt, durch ihre Ähnlichkeit zum Helm des dunklen Lords, den Spitznamen „Darth Vader“. Somit wurde die andere, helle Version „Anakin Skywalker“ genannt, eben Darth Vaders Name, bevor er der dunklen Seite der Macht verfiel.

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Nette Geschichte, scharfe Uhr. Am Arm wirkt das 44 x 51 Millimeter Gehäuse mächtig. Der Stahl wurde übrigens mit Tungsten, also Wolframcarbid beschichtet. Eine Parallele zur in diesem Jahr präsentierten neuen Omega Globemaster. Die Skywalker hatte 2008 eine Revision bei Omega, bei der unter anderem  Krone, Drücker und Glas erneuert wurden. Der Schätzpreis der Anakin liegt bei 2.200 bis 4.000 Euro.

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Kommen wir zu einem weiteren ziemlich spannenden Modell aus der Zeit, der Omega Flightmaster. Hiervon finden sich gleich drei Versionen im Auktionskatalog. Den Anfang macht mit Lot Nr. 275 ein Exemplar der ersten Version der Flightmaster, Re. 145.013.

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Die Urversion hat eine 24 Stunden Anzeige auf dem Hilfszifferblatt bei 9 Uhr. Der blaue Zeiger in Form eines Flugzeugs lässt sich separat verstellen, die innenliegende Lünette drehen. Der Schätzpreis dieser Flightmaster beträgt 1.700 – 2.500 Euro.

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Ebenfalls zum Schätzpreis von 1.700 – 2.500 Euro ist Lot Nr. 273 erhältlich. Hierbei handelt es sich um die zweite Version der Flightmaster, Ref. 145.026. Es stellte sich seinerzeit nämlich heraus, dass die Piloten, für welche die Uhr ja primär konzipiert wurde, ein Problem mit der Flightmaster hatten.

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So ließ sich nur bei aktiviertem Chrono auf einen Blick feststellen, ob die Uhr auch wirklich lief. Bei einer Uhr mit Handaufzug ein echtes Problem. Omega reagierte auf die Anmerkungen und ersetzte die 24-Stunden Anzeige bei 9 Uhr durch eine kleine Sekunde.

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Aus Kaliber 910 wurde Kaliber 911. Die ikonischen Zeiger behielt man allerdings ebenso bei wie die Gehäusegröße von 43×52 Millimetern.

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Diese Flightmaster stammt aus ca. 1973 und hat eine wunderschöne Patina.

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An Patina muss die Flightmaster in Lot Nr. 274 ein wenig mehr mitbekommen haben, weswegen sie 2009 eine gründliche Auffrischung erhielt. Unter anderem wurden hierbei Zeiger, Zifferblatt, Drücker und Krone getauscht. Der Rückendeckel hingegen ist noch original, die Flightmaster Gravur allerdings kaum mehr zu erkennen. Schätzpreis ist, wie bei den beiden anderen Modellen 1.700 bis 2.500 Euro.

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Ebenfalls 2009 erhielt die Omega Dynamic, Lot Nr. 279 einen umfassenden Service. Gut investiertes Geld, denn die Ref. 166.0039 gehört zu den wohl seltensten Omega Uhren überhaupt.

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Laut Angaben des Auktionshauses sind bislang nur sechs weitere Exemplare der Dynamic in 18 Karat Gelbgold bekannt.

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Diese hier ist, gemessen an der Werknummer, die wohl frühste von ihnen. Uhr und Band sind nach der Revision in einem sehr guten Zustand. Der Schätzpreis wird mit 7.000 bis 12.000 Euro angegeben.

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Zum Abschluss noch ein Seamaster Chrono, der optisch vielleicht nicht ganz so zum Rest der hier vorgestellten 69er und 70er-Jahre Uhren passt, zeitlich allerdings schon. Lot Nr. 303 ist ein Chronograph der Referenz 145.016 in Stahl im 37 x 42 Millimeter Gehäuse.

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Nicht ganz so fancy, aber dennoch wunderschön und mit hübscher Patina – das alles für einen Schätzpreis von 900 bis 1.500 Euro.

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Leider nicht gesehen habe ich bei meinem Besuch im Auktionshaus Dr. Crott die Seamaster Soccer Time Lot Nr. 271, obgleich sie natürlich ebenfalls perfekt hier hinein gepasst hätte.

Insgesamt kommen 25 Omega Armband- und auch Taschenuhren an den beiden Tagen (15. und 16. Mai) zur Auktion. Ein Blick in den Online-Katalog lohnt sich also auf alle Fälle.

 

Fotos & Text: © PCS 2015

 

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