by R-L-X

Das Uhrenjahr 2017 hat begonnen. In Genf stellten die Manufakturen im Rahmen des SIHH fünf Tage lang ihre Neuheiten vor. Was waren die spannendsten Neuerscheinungen? Die elf wichtigsten Highlights in Kürze. 

Was für eine Woche! Fünf Tage lang standen die Hallen 5 und 6 des Genfer Palexpo ganz im Zeichen der feinsten Uhrmacherei. Zu sehen gab es eine Vielzahl großartiger Uhren, echte Highlights, von wunderschön bis total verrückt. Einige davon schwirren mir noch immer im Kopf herum. Ob nun wegen ihrer besonderen Technik, ungewöhnlicher Materialien oder toller Optik – und genau die stelle ich heute einmal kurz vor. 

Beginnen wir mit der Excalibur Quatuor Cobalt Micrometal von Roger Dubuis. Die Cobalt-Chrom-Legierung entsteht in einem speziellen MicroMelt verfahren und sorgt für eine hohe Korosionsbeständigkeit und ein strahlendes Äußeres. Dazu das Handaufzugskaliber RD101 mit seinen vier Unruhen – eine Kombination, die es zum Preis von 451.000 Euro nur 8x geben wird. 

Der Klang einer Minutenrepetition ist regelmäßig ein Highlight auf einer Uhrenmesse. Cartier kombiniert diese Komplikation in seiner Rotonde de Cartier noch dazu mit einem “Mysterious” Doppel-Tourbillon. Limitiert auf 50 Stück wird diese Uhr für 500.000 Euro erhältlich sein. 

Regatta-Chronographen kennt man von verschiedenen Herstellern. Die Besonderheit bei der Ulysse Nardin Marine Regatta (Preis voraussichtlich 15.900 CHF): der Sekundenzeiger läuft während der zwischen 10 und 1 Minute einstellbaren Countdown-Phase rückwärts, wechselt dann aber direkt in den regulären Chronographen-Modus. 

Eine der für mich schönsten Uhren der Messe kommt aus dem Hause Jaeger-LeCoultre. Der Master Control Chronograph in Edelstahl hat ein wunderbar klassisch gestaltetes Zifferblatt und kommt zu einem Preis von voraussichtlich ca. 8.200 Euro auf den Markt. 

980.000 Schweizer Franken – plus lokaler Mehrwertsteuer – muss zahlen, wer eine von insgesamt 75 Exemplaren der neuen RM 50-03 McLaren F1 aus dem Hause Richard Mille erwerben möchte. Das Uhrwerk des Tourbillon Split Seconds Chronograph bringt es auf sensationelle 7 Gramm Eigengewicht, die gesamte Uhr inklusive Band wiegt 40 Gramm! Einfach unglaublich. Möglich macht das unter anderem der Einsatz von TPT Carbon und Graphene. 

Wer dachte, bei H. Moder & Cie. sei dieses Jahr alles Käse, der irrt. Eine neue Version der Swiss Alp Watch gab es nämlich ebenfalls zu sehen. Die auf gerade einmal 10 Exemplare limitierte Minute Retrograde in Weißgold wird von einem Werk der Schwestermarke Hautlence angetrieben. Preis? 220.000 Schweizer Franken. 

Auch wenn sie mit ihrer blauen Drehlünette vielleicht so ausschauen mag, die MB&F HM7 Aquapod ist keine Taucheruhr. 5 bar sind mit der liebevoll als “Jellyfish” bezeichneten Uhr aber schon drin. Nicht so schlecht für einen Flying Tourbillon. 33 Exemplare in Titan wird es geben. Der Preis liegt bei 98.000 Schweizer Franken. 

Zurück zu etwas ganz klassischem. Piaget legt die Altiplano neu auf. Eine ganze Reihe von extra flachen Modellen enthält die Kollektion, mein Favorit: die 40-Millimeter Variante in Roségold mit blauem Sonnenschliffblatt und Handaufzug. Preis: 25.500 Euro. 

Eine ganz spezielle Materialbearbeitung kommt in diesem Jahr bei der Royal Oak zum Einsatz. Frosted Gold nennt Audemars Piguet die mit vielen kleinen Hammerschlägen aufgebrachte Verzierung. Das Ergebnis begeistert – leider erst einmal nur in der 37mm Damen-Größe. Dass AP-CEO François-Henry Bennahmias mit einem Prototyp der “großen” Royal Oak in Frosted Gold gesichtet worden sein soll, macht aber Hoffnung. 

Eine spannende technische Innovation gab es bei Officine Panerai zu sehen. Im 49 Millimeter Carbotech-Gehäuse der Panerai LAB-ID läuft das Manufakturkaliber P.3001/C, welches nicht geschmiert werden muss! Dass es Panerai ernst damit meint, zeigt alleine schon die 50-jährige Garantie, mit der die PAM00700 ausgeliefert wird. 50 Jahre Garantie, Limitierung auf 50 Stück, was würde da besser passen als ein Preis von 50.000 Euro?  

Dafür bekommt man das diesjährige Meisterstück aus dem Hause A. Lange & Söhne nicht. Der Tourbograph Perpetual “Pour le Mérite” ist allerdings ebenfalls auf 50 Stück limitiert. Es ist das fünfte Meisterwerk aus jener Reihe und verbindet Minutentourbillon, Chronograph mit Rattrapante-Funktion, den Antrieb über Kette und Schnecke mit einem ewigen Kalender. Der Preis: 480.000 Euro. 

 

Fotos & Text: © Percy Christian Schoeler (PCS) 2017

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