Am Montag ist es endlich soweit. In Mannheim startet die 102. Auktion des Auktionshauses Dr. Crott. Mit am Start sind natürlich auch wieder einige Vintage-Uhren der Marke Rolex. Zehn von ihnen stellen wir heute an dieser Stelle vor. Unabhängige Sachverständigen-Bewertungen aller Rolex Lots finden sich darüber hinaus auch wieder in unserem Forum (Link).

Lot 271 – Rolex Datejust 1601

Beginnen wir die heutige Übersicht mit einer Rolex Datejust der Referenz 1601. Die Uhr in Katalog Nr.271  (Link zur Auktion) stamt aus ca. 1974 und verfügt über die vielleicht schönste Blattvariante der damaligen Zeit. Das „Knickblatt“ mit seinen breiten Indexen gibt der Uhr einen wunderbaren Vintage Look.

Die Leuchtpunkte sind an zwei Indexen nicht mehr bzw. nicht mehr vollständig erhalten, was bei diesen Blätter leider öfters vorkommt, bei einem Service bei Rolex aber ausgebessert werden kann. Die 1601 mit Kaliber 1570 ist eine schöne Alltags-Vintage im 36-Millimeter Stahl-Gehäuse und kommt mit einer geriffelten Lünette aus Weißgold. Mit dabei ist eine Rolex „Sargbox“ mit rotem Innenleben. Der Schätzpreis liegt bei 1.600 bis 3.000 Euro.

Lot 283 – Rolex Date 6627

Eine in dieser Form alles andere als alltägliche Uhr gibt es in Katalog Nr. 283 (Link zur Auktion) zu sehen. Es handelt sich hierbei um eine Rolex Oyster Perpetual Date in einem 30 Millimeter Gehäuse aus Roségold. Das silberne Zifferblatt dieser Referenz 6627 verfügt über aufgesetzte Stabindexe in Roségold.

Ebenfalls nicht alltäglich ist das verbaute Armband. Ein genietetes Oysterband in Roségold, das, wie die Uhr, aus 1966 stammt und von Gay Frères für Rolex produziert wurde. Verbaut ist ein Automatikwerk des Kalibers 1160. Eine edle Vintage, insbesondere für Damen. Schätzpreis: 6.000 bis 9.000 Euro.

Lot 284 – Rolex Date 1500

Gleich im nächsten Lot: eine weitere Rolex Oyster Perpetual Date, diesmal in der Unisex-Größe von 34 Millimetern. Speziell an der Uhr in Katalog Nr. 284 (Link zur Auktion) ist ihr Blatt mit den zwei besonders dicken Gold-Indexen auf der 6 und der 9, aber auch das sonst eher an den teureren Day-Date-Modellen zu findende President-Band.

Diese Ref. 1500 wurde ca. 1971 produziert und am 21.03.1972 in Mannheim verkauft. In ihr arbeitet das Kaliber 1570 mit automatischem Aufzug. Mit dabei ist die große Holzbox, das Zertifikat, sowie Beschreibungen. Das alles zu einem Schätzpreis von 9.000 bis 12.000 Euro.

Lot 304 – Rolex Day-Date 1803

Kommen wir mit Katalog Nr. 304 (Link zur Auktion) nun zur „großen Schwester“, der Rolex Day Date. Diese bringt es auf einen Gehäusedurchmesser von 36 Millimetern und ist wieder mit einem der schönen „Knickblätter“ ausgestattet. Die Leuchtpunkte wurden fachgerecht bei Rolex überarbeitet und sind somit alle vorhanden.

Die Uhr der Ref. 1803 wurde ca. 1969 produziert und zeichnet sich durch eine interessante Gravur des Rückendeckels aus. „Alfa-Romeo Deutschland 1970“ ist hier ebenso zu lesen wie „Club d. 100 H.K.“

Die Uhr ist mit einem Automatikwerk vom Kaliber 1556 ausgerüstet und verfügt über eine Wochentagsscheibe in deutscher Sprache. Der Schätzpreis der auch als „President Watch“ bezeichneten Rolex Day-Date liegt bei 4.200 bis 6.500 Euro.

Lot 289 – Rolex Submariner 5513 „Meters first“

Wechseln wir zu den Sportmodellen und hier zur Rolex Submariner. Die Ref. 5513 in Katalog Nr. 289 (Link zur Auktion) verfügt über das seltene „Meters first“ Blatt, bei der die Tiefenangabe zuerst in Metern und dann in Fuß angegeben wurde. Es handelt sich dabei um die erste Version der matten Zifferblätter für diese Referenz.

Die Uhr verfügt über ein sehr schönes Vintage Lünetteninlay und befindet sich auch sonst in einem für ihr Alter sehr guten Zustand. Das Oysterband ist auch für große Handgelenke passend. Die 40 Millimeter große „Non-Date“ aus ca. 1967 (Seriennummer 1557319) hat einen Schätzpreis von 14.000 bis 18.000 Euro.

Lot 309 – Rolex Daytona 16520

Was wäre eine Auktion ohne eine Rolex Daytona? Ein besonders schönes Exemplar des Rolex Kult-Chronographen erwartet uns in Katalog Nr. 309 (Link zur Auktion). Dieser Cosmograph ist die perfekte Uhr für all diejenigen, die ihr „Schätzchen“ auch mal unbesorgt tragen wollen.

Und sie ist perfekt für alle, die sich nicht zwischen weißem und schwarzem Blatt entscheiden können. Denn hier gibt es einfach beide dazu! Zwar handelt es sich in beiden Fällen um (spätere) Tauschblätter, die bereits mit Super-LumiNova Leuchtmasse belegt sind, doch tut dies der Freude sicher keinen Abbruch.

Die Rolex Daytona entstammt der Referenz 16520, der allerersten Daytona mit automatischem Aufzug. Entsprechend ist in dieser 16520 der U-Serie (ca. 1998) auch das auf dem Zenith El Primero aufbauende Kaliber 4030 verbaut. Das Kaliber ist der Grund, warum die Uhr unter Sammlern auch als „Zenith Daytona“ bekannt ist. Sie begründete den bis heute anhaltenden Hype und machte den Rolex Chronographen zu der Kult-Uhr schlechthin.

Diese Daytona mit der Seriennummer U927068 kommt mit einer Spangenbox und einem Rolex Cosmograph Daytona Booklet. Eine charmante Trageuhr zu einem Schätzpreis von 24.000 bis 30.000 Euro.

Lot 291 – Rolex Submariner 5513 „Gilt Dial“

Kommen wir mit Katalog Nr. 291 (Link zur Auktion) erneut zu einer Rolex Submariner der Referenz 5513. Auch bei ihr ist ein Blatt mit der Tiefenangabe mit Meter vor Fuß zu sehen, allerdings handelt es sich hierbei noch um das Vorgängerblatt zur 5513 aus Lot 289. Es ist ein sogenanntes Gilt Dial.

Diese Blätter, auch „glossy dials“ genannt, zeichnen sich durch eine glänzende Lackoberfläche aus. Die Schriftzüge sind in einem speziellen Verfahren in das Zifferblatt geätzt und erscheinen golden. Der Zahn der Zeit nagt unentwegt an jenem Oberflächenlack, lässt ihn mit den Jahren oftmals Bläschen bilden, wie im vorliegenden Fall. Dies sorgt für eine unter einigen Sammlern beliebte Patina.

Diese Ref. 5513 aus ca. 1966 (Seriennummer 1311182) verfügt über ein sehr schönes Lünetteninlay späteren Datums, die Aufzugskrone ist noch die alte Version. Verbaut ist ein 7206 Oyster-Band in genieteter Ausführung. Die Leuchtmasse der Zeiger wurde aufgefrischt. Schätzpreis: 20.000 bis 30.000 Euro.

Lot 307 – Rolex Explorer II 1655 „Orange Hand“

Kommen wir zu einer weiteren, sehr berühmten Rolex Referenz, der 1655. Diese Rolex Explorer II wird auf Grund ihres großen, orangenen 24-Stunden-Zeigers häufig als „Orange Hand“ bezeichnet, aber auch der Name „Steve McQueen“ ist geläufig.

Die 1655 in Katalog Nr. 307 (Link zur Auktion) zeichnet sich durch ihren extrem guten Zustand aus. Zwar sind an Gehäuse und Band deutliche Tragespuren vorhanden, doch erscheint das fette 40mm Oyster-Stahlgehäuse nahezu unpoliert.

Ebenfalls bemerkenswert ist der Zustand von Blatt und Zeigern. Hier schlägt das Sammlerherz definitiv höher. Die „Freccione“, so ein weiterer Spitzname, stammt aus ca. 1979 und hört auf die Seriennummer 6079568. Sie hat einen Schätzpreis von 11.0000 bis 15.000 Euro.

Lot 290 – Rolex Submariner 5512 „Pointed Crown Guards“

Die Rolex Submariner in Katalog Nr. 290 (Link zur Auktion) gehört zur Ref. 5512. Sie war die erste Submariner Referenz, die mit einer größeren Lünette und einem Kronenschutz auf den Markt kam und bildet mit ihrem Design die Basis für jede Rolex Submariner bis zum heutigen Tag.

Diese 5512 verfügt noch über den anfänglich für kurze Zeit genutzten spitzen Kronenschutz und wird daher als Pointed Crown Guards (PCG) bezeichnet. Die Uhr mit Seriennummer 870635 war bereits in der letzten Auktion zu sehen (Lot 298 in unserem damaligen Review). Schätzpreis: 20.000 bis 25.000 Euro.

Lot 294 – Rolex Explorer II 16550 „Ivory Dial“

Das Beste zum Schluss könnte man sagen, wenn man sich die Rolex Explorer II in Katalog Nr. 294 (Link zur Auktion) ansieht. Hier wartet eine 16550 mit „Cream Dial“ auf einen neuen Besitzer.

Die zweite Generation der Rolex Explorer II war erstmals nicht nur mit einem schwarzen, sondern auch mit einem weißen Blatt erhältlich. Die ersten Blätter, erkennbar am sogenannten „Rail Dial“ bei dem der Superlative Chronometer Officially Certified Schriftzug so angeordnet war, dass eine Art „Zahnlücke“ entstand, hatten Zeiger und Indexumrandungen in Weißgold, statt später in Schwarz.

Es sind genau jene Blätter, die mit der Zeit ihre Farbe veränderten. Von Weiß zu Elfenbein, Ivory, Cream. Dieser „Produktionsfehler“ machte jene Modelle, die speziell in der 7-stelligen Seriennummernrange ohne vorangestellten Buchstaben zu finden sind, unter Sammlern extrem begehrt.

Die Cream Dial in der 102. Dr. Crott Auktion bietet neben einem nahezu perfekt gleichmäßig patinierten Blatt aber noch mehr. So ist die Box ebenso vorhanden wie die zwei zugehörigen Booklets und das Garantiezertifikat.

Jenes ist ausgestellt auf Juwelier Hilscher in München, bei dem diese Uhr im April 1986 gekauft wurde. Die Seriennummer 9069842 ist sowohl auf dem gelochten Zertifikat als auch auf einem grünen Klebestreifen am Rand zu lesen. Mit all diesem Zubehör ist diese Ex II ein schönes Vintage Set für Sammler.

Das 40 Millimeter Stahlgehäuse der Explorer II befindet sich in einem guten Zustand, allerdings mit gut sichtbaren Tragespuren. Ausgestattet ist die Uhr mit einem Automatikwerk des Kalibers 3085. Sie kommt an einem Jubiléband der Ref. 62510H mit „50“er Kennung (Rolex Sportmodelle). Schätzpreis: 14.000 bis 18.000 Euro.

Auktionstermin

Die 102. Auktion des Auktionshauses Dr. Crott findet am Montag den 29. Juni 2020 um 12 Uhr im Hotel Speicher 7, Rheinvorlandstraße 7, 68159 Mannheim statt. Vorbesichtigungen sind, vorbehaltlich gesetzlicher Bestimmungen (SARS-CoV2), am Sonntag den 28. Juni 2020 zwischen 10:00 und 18:00 möglich. Darüber hinaus können die Uhren auch im Vorfeld der Auktion nach vorheriger Terminabsprache in den Büroräumen des Auktionshauses in Mannheim besichtigt werden.

Hinweis zur Transparenz

Auktionen Dr. Crott (www.uhren-muser.de) ist Kooperations- und Werbepartner von Luxify. Die Auswahl und Beschreibung der hier präsentierten Auktionslots erfolgte jedoch rein unter redaktionellen Gesichtspunkten.

Fotos: © PCS 2020

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