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Ganz schön smart: die Casio Edifice EQB-500 schaffte es im vergangenen Jahr auf Platz 1 der beliebtesten Connected Watch. Auch das Toro Rosso Team vertraut auf auf die Ediface. Zeit für einen Erstkontakt.

Was ist die beliebteste Connected Watch auf dem Markt? Glaubt man einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), so war dies im Jahr 2015 die Baureihe Edifice EQB-500 von Casio.

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Ehrlich gesagt wusste ich bis zu dieser Studie noch nicht einmal von der Existenz dieser Uhr. Gut, als Fan mechanischer Uhren, welcher noch immer nicht in Besitz einer Smartwatch ist, sei mir diese Wissenslücke hoffentlich verziehen.

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Nun aber habe ich sie vor mir liegen, die EQB-500 – in der neu vorgestellten Version mit blauem Zifferblatt. Und blaue Zifferblätter, das wissen wir spätestens seit der Baselworld, sind in, 2016. Und wie.

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Zum strahlenden, mittelblauen Blatt gesellen sich bei der 500DB auch noch hellblaue Zeiger, Dreiecke, weiße Zeiger, silberne Indexe. Das schaut alles erfreulich harmonisch und unglaublich technisch aus.

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Was ist eigentlich nun eine Connected Watch? Irgendwie keine Smartwatch, denn ein Display suche ich vergeblich. Im Grunde schaut die Edifice aus – wie eine normale Uhr. Einzig das Bluetoothsymbol auf Zifferblatt und einem der vier Drücker zeigt, da geht noch mehr.

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Im Grunde kann man diese Uhr nämlich komplett vom Smartphone aus fernsteuern. Das Einzige, was man dafür benötigt, ist eine App. Casio Watch+ heißt die und ist sowohl für Android wie auch iOS verfügbar. Einmal installiert, koppelt man kurz die Uhr mit dem Handy, indem man den Anweisungen auf dem Bildschirm folgt, fertigt. Die Edifice übernimmt automatisch die Uhrzeit des Smartphones.

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Über ein Hilfszifferblatt bei 9 Uhr kann darüber hinaus eine zweite Zeitzone abgelesen werden. Eingestellt wird diese am einfachsten ebenfalls über die App. 300 Städtenamen stehen zur Wahl. Die gewünschte Destination auswählen, fertig.

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Über die kleine PM/AM Anzeige weiß man auch sofort, ob es am Zielort gerade ein Uhr mittags oder nachts ist. Über die Heimatzeit gibt derweil eine 24-Stunden-Anzeige bei 12 Uhr Auskunft.

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Die Anzeigen, ein weiteres Hilfszifferblatt mit retrograder Wochentags-Anzeige und Datumsfenster befindet sich zwischen drei und sechs Uhr, haben verschiedene Funktionen, abhängig davon, in welchem Modus sich die Uhr gerade befindet.

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Dient das Hilfszifferblatt bei 9 Uhr in der Kalenderansicht wie beschrieben als zweite Zeitzone, “nullt” die Anzeige, sobald man mit dem Drücker bei 10 Uhr in den Stoppuhr-Modus wechselt. Nun kann man hier die gestoppten Stunden und Minuten ablesen. Über die retrograde Anzeige können Durchschnittsgeschwindigkeiten, etwa auf Rennstrecken, abgelesen werden.

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Hierzu gibt man in der App die Streckenlänge ein, die wichtigsten Rennstrecken wie etwa Spa. Monza, Silverstone, Hockenheim- oder Nürburgring sind bereits hinterlegt. Eine Runde stoppen, schon kann man die Durchschnittsgeschwindigkeit ablesen. Mehr als nur eine nette Spielerei, bedenkt man, dass die Ediface die offizielle Uhr des Toro Rosso Formel 1 Rennstalls ist.

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Gemessene Rundenzeiten und Durchschnittsgeschwindigkeiten lassen sich via Datenübertragung auf das Smartphone schicken und von dort aus weiterverarbeiten.

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Im Alarmmodus zeigt das Hilfszifferblatt die gesetzte Alarmzeit an, der retrograde Zeiger geht auf die AL-Position. Gekoppelt mit einem E-Mail Account informiert die Ediface sogar, ob neue E-Mails eingegangen sind. Wenn man das möchte und den entsprechenden Account hinterlegt hat.

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Meine Lieblingsfunktion allerdings: per Knopfdruck an der Uhr ertönt beim Smartphone ein Alarmton. Die Zeiten von verlegten Handys sind damit vorbei. Äußerst smart. Ebenfalls smart und speziell für Vielflieger nicht unwichtig: im Flugzeug lässt sich die Ediface in den Flugmodus schalten, sodass keine Bluetooth-Verbindung mehr aufgebaut wird.

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48,1 Millimeter gibt Casio als Gehäusedurchmesser an. Das klingt brutaler, als sich die Uhr live gibt. Herkömmlich gemessen, rein über die Lünette nämlich, sprechen wir denn auch “nur” von 44 Millimetern. Die Gehäusehöhe beträgt laut Werksangaben 14,1 Millimeter, das Gewicht 199 Gramm.

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Auffällig ist die Verarbeitung, speziell des 22 Millimeter breiten Gliederarmbands. Diese ist erstaunlich hochwertig und speziell der Sicherheitsverschluss der Faltschließe lässt sich sehr angenehm betätigen. Ab Werk ist das Band so groß, dass ich mit meinem “Durchschnittshandgelenk” erst einmal vier bis fünf Glieder entnehmen lassen musste. In die Verlegenheit, Glieder nachbestellen zu müssen, sollte also nun wirklich niemand kommen.

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Das Edelstahl-Gehäuse verfügt über einen mit vier Schrauben befestigten Stahlboden. Zusammen mit dem Mineralglas sorgt das für eine Wasserdichtigkeit von 10 bar (100 Metern). Da kommt so manche Smartwatch nicht mit.

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Ebenfalls die Segel strecken müssen die meisten Uhren, ob smart oder nicht, hinsichtlich der “Gangreserve”. Dank der Tough Solar Technologie, die Casio-Träger schon seit den 80er Jahren kennen, wird die Uhr vom Sonnenlicht geladen und verfügt anschließend über eine Dunkelgangreserve von bis zu 24 Monaten!

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Erhältlich ist die Casio Ediface EQB-500DB-2AER zum Preis von 329 Euro.

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Ganz neu im Programm ist übrigens auch das Modell Edifice EQB-600D mit einer dreidimensionalen Dartselllung der Erdkugel, die an die zweite Zeitzone bei 8 Uhr gekoppelt ist und innerhalb 24 Stunden eine Umdrehung vollzieht. Ihr Preis beträgt 399 Euro.

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Fotos: © CASIO (1), PCS (15)
Text: © Percy Christian Schoeler (PCS) 2016

 

 

 

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