Dass das Auktionshaus Dr. Crott mit seiner 102. Auktion neue Wege bestreiten würde, war schon vergangenen Herbst klar. Nach vielen Jahren am Frankfurter Flughafen entschloss man sich, die Auktionen zukünftig in der Heimatstadt Mannheim abzuhalten. Dank der Corona Situation stellt nun auch der Auktionstermin ein Novum dar. Er ist am 29. Juni 2020, einem Montag.

Auch für uns heißt es in unserer Auktionsberichterstattung in diesem Jahr neue Wege zu gehen. Auf Grund der aktuellen Lage ist es uns bislang nicht möglich gewesen, die Uhren persönlich und live in Augenschein zu nehmen. Heute nehmen wir daher die ersten 12 Uhren, allesamt Besonderheiten aus der „Sächsischen Schweiz“, virtuell unter die Lupe.

Lot 14 – Glashütte Original „Meisterwerke – J. Assmann 3, Tourbillon“

Gleich in Katalog Nr. 14 (Link zur Auktion) wartet das erste Highlight. Eine auf lediglich 20 Stück limitierte Glashütte Original Ref. 53-01-12-12-06 in Weißgold. Die Besonderheit der Uhr ist nicht nur ihr fliegendes Tourbillon bei 12 Uhr oder die dezentrale Zeitanzeige bei 6 Uhr, eingerahmt von Gangreserveanzeige und retrogradem Datum, sondern auch die Tatsache, dass es möglich ist, die Uhr sowohl als Armbanduhr, als auch als Taschenuhr zu tragen. Ein wirklich außergewöhnliches Stück neuerer Glashütter Uhrengeschichte. Die Uhr zu Gedenken Julius Assmanns stammt aus ca. 2007 und wird zum Schätzpreis von 75.000 bis 120.000 Euro geführt.

Lot 17 – A. Lange & Söhne Lange „1A“

Anlässlich der Fertigstellung des zweiten Fabrikgebäudes in Glashütte brachte A. Lange & Söhne im Jahr 1998 die auf 100 Stück limitierte Sonderserie Lange 1A heraus. 1A stand dabei schon in Zeiten der historischen Taschenuhren für die höchste Stufe handwerklicher Vollendung. Für die Sonderserie wurde das Zifferblatt aufwendig guillochiert, Anker und Ankerrad bestehen aus speziell gehärtetem Weißgold. Die Uhr in Katalog Nr. 17 (Link zur Auktion) hat aber noch eine weitere Besonderheit: es ist die Nummer 1 von 100! Der Schätzpreis liegt bei 22.000 bis 50.000 Euro.

Lot 21 – A. Lange & Söhne Grosse Lange 1 „Luna Mundi“

Eines der vielleicht schönsten Uhrensets aller Zeiten wartet in Katalog Nr. 21 (Link zur Auktion). 2003 brachte A. Lange & Söhne die Große Lange 1 Luna Mundi heraus. Das Set besteht aus zwei Uhren im 41,9 Millimeter Gehäuse. Das Weißgold-Modell „Ursa Major“, Ref. 119.026, zeigt dabei die Mondphase der nördlichen Hemisphäre an und trägt das Sternbild des Großen Bären auf dem Zifferblatt. Auf der in Rotgold ausgeführten „Southern Cross“, Ref. 119.032, ist an jener Stelle das Kreuz des Südens zu sehen. Sie ist die erste Uhr überhaupt, die über eine realistische Mondphasendarstellung der Südhalbkugel verfügt. Realisiert wurde dies mit Hilfe eines zusätzlichen Zahnrades, welches die Drehrichtung der Mondphase umkehrt. Das Set Nummer 34 (von insgesamt 101 hergestellten) hat einen Schätzpreis von 55.000 bis 100.000 Euro.

Lot 43 – A. Lange & Söhne Zeitwerk Striking Time

Spannende Technik bietet auch die Uhr in Katalog Nr. 43 (Link zur Auktion). Es handelt sich hierbei um eine Zeitwerk Striking Time aus dem Jahr 2015, verkauft am 7. Januar 2016. Die Striking Time verfügt über einen patentierten Sprungziffern-Mechanismus, welcher eine immer eindeutige Zeitanzeige garantiert. Die Stundenanzeige ist dabei auf einem den gesamten Uhrwerkdurchmesser nutzenden Stundenring gedruckt, für die Minuten sind zwei Minutenscheiben zuständig. Mit jedem Ziffernsprung spannt sich auch die Feder der zwei sichtbaren Tonhämmer. Jede Viertelstunde gibt der Rechte von ihnen mit Schlag auf die Tonfeder einen klaren, hellen Ton von sich, zur vollen Stunde schlägt der linke Hammer und produziert einen kraftvollen, tiefen Ton. Im Zeitraffer ergäben die Schläge das Leitmotiv von Beethovens 5. Sinfonie. Die Ref. 145.032 ist die erste Zeitwerk Striking Time in Rotgold, welche auf dem internationalen Auktionsmarkt angeboten wird. Der Schätzpreis der 44 Millimeter großen Uhr wird mit 50.000 bis 90.000 Euro angegeben.

Lot 44 – A. Lange & Söhne Lange 1 Tourbillon „Homage to F. A. Lange“

In einem Gehäuse aus Honiggold kommt die 38,5 Millimeter große Lange 1, Ref. 722.050 in Katalog Nr. 44 (Link zur Auktion). Die Uhr stammt aus einer auf 150 Exemplare limitierten Sonderserie zum 165. Firmenjubiläum im Jahr 2010. Die Uhr verfügt über einen sichtbaren Minuten-Tourbillon mit Sekundenstopp, Regulatorzifferblatt, Großdatum, sowie 72h Gangreserve-Anzeige. Sie trägt die Limitierungsnummer 007/150 und hat einen Schätzpreis von 68.000 bis 85.000 Euro.

Lot 47 – A. Lange & Söhne Tourbillon „Pour le Mérite“

Auch in Katalog Nr. 47 (Link zur Auktion) geht es mit einem Tourbillon aus dem Hause A. Lange & Söhne weiter. Die limitierte Edition „Pour le Mérite“ verfügt über ein 38,5 Millimeter Gehäuse in Rotgold und stammt aus dem Jahr 1997. Besonderheit: der Kraftausgleich mittels Kette / Schnecke in einer Uhr mit Tourbillon. Die Uhr trägt die Limitierungsnummer 124/150 und hat einen Schätzpreis von 100.000 bis 200.000 Euro.

Lot 60 – Glashütte Original „Sport-Evolution Impact Tourbillon“

Dass ein Tourbillon durchaus auch einmal sportlich daherkommen kann, das beweist die Sport-Evolution Impact von Glashütte Original, die in Katalog Nr. 60 (Link zur Auktion) zu sehen ist. Für die nötige Stoßfestigkeit sorgen bei der Ref. 94-01-03-03-04 vier rote Elastomer-Elemente, die eventuelle Stöße absorbieren sollen. Die Uhr im 48 Millimeter Edelstahlgehäuse stammt aus 2017 und ist Nummer 19 von insgesamt 100 Exemplaren. Schätzpreis: 35.000 bis 60.000 Euro.

Lot 79 – Glashütte Original Senator Observer „1911 Julius Assmann“

Am 14. Dezember 1911 erreichten Polarforscher Roald Amundsen und sein Team als erste Menschen überhaupt den geographischen Südpol. Teil der Ausrüstung Amundsens war eine Beobachtungsuhr von Julius Assmann. Zum hundertjährigen Jubiläum brachte Glashütte Original eine auf weltweit lediglich 25 Exemplare limitierte Sonderedition der Senator Observer mit Panoramadatum im 44 Millimeter Weißgold-Gehäuse heraus. Das Exemplar der Ref. 100-15-04-04-04, welches nun in Katalog Nr. 79 (Link zur Auktion) zur Auktion kommt, trägt die Limitierungsnummer 24. Die Uhr wird zu einem Schätzpreis von 12.500 bis 17.000 Euro geführt.

Lot 100 – A. Lange & Söhne Richard Lange Tourbillon „Pour Le Mérite“

Aus der Boutique Edition 2014 stammt die Ref. 760.026F in Katalog Nr. 100 (Link zur Auktion). Das Weißgold-Gehäuse misst 41,5 Millimeter und beheimatet das den Präzisionschronometern von Johann Heinrich Seyffert nachempfundene Regulator-Zifferblatt. Eine Besonderheit stellt das Schwenkzifferblatt der dezentralen Stundenanzeige dar, welches sich zwischen 6 Uhr und 12 Uhr einschwenkt und ansonsten den Blick auf das Tourbillon mit Sekundenstopp freigibt. Vorgestellt wurde die Uhr erstmals im Jahr 2011. Schätzpreis: 70.000 bis 140.000 Euro.

Lot 101 – Glashütte Original Grande Cosmopolite Tourbillon

278 Gramm, soviel bringt die Uhr in Katalog Nr. 101 (Link zur Auktion) auf die Waage. Grund dafür ist in erster Linie ihr 48 Millimeter Gehäuse in Platin. Doch auch sonst ist die Grande Cosmopolite Tourbillon, Ref. 1-89-01-03-03-04 von Glashütte Original ein echtes Schwergewicht. Denn sie vereint eine Weltzeitfunktion mit sage und schreibe 37 Zonen mit einem ewigen Kalender und einem fliegenden Minutentourbillon. Bei ihrer Vorstellung im Jahr 2012 war sie denn auch die komplexeste Armbanduhr, die Glashütte Original jemals gefertigt hatte. Theoretisch wäre sogar eine Anzeige von 96 Zeitzonen möglich, so es so viele geben würde. Dabei werden auch halb- und viertelstündige Zeitzonen abgedeckt. Die Zonen werden als IATA-Codes angezeigt und decken selbst Sommer- und Winterzeit ab. Eine beeindruckende Uhr mit Glasboden und darüber liegendem Rückdeckel zu einem Schätzpreis von 130.000 bis 190.000 Euro.

Lot 102 – A. Lange & Söhne Tourbograph Perpetual „Pour le Mérite“

Äußerst komplex geht es auch in Katalog Nr. 102 (Link zur Auktion) weiter. Die Ref. 706.025FE aus dem Hause A. Lange & Söhne bietet ein Minuten-Tourbillon, zusammen mit einem Schleppzeiger-Chronograph und einem Ewigen Kalender mit Schaltjahresanzeige und Mondphase. Das Ganze in einem 43 Millimeter Platingehäuse.  In einer limitierten Edition von 50 Exemplaren erschien diese außergewöhnliche Komplikation, welche auch noch über einen Antrieb mittels Kette und Schnecke verfügt, im Jahr 2017. Dieses Exemplar trägt die Limitierungsnummer 02/50 und hat einen Schätzpreis von 180.000 bis 400.000 Euro.

Lot 103 – A. Lange & Söhne Lange 1 Edelstahl

Kommen wir zu Katalog Nr. 103 (Link zur Auktion) und damit zum letzten Lot der heutigen „Top 12“. Die Lange 1 der Ref. 101.026 stammt aus dem Jahr 1999 und wurde damals am 1. April verkauft. Obgleich man beim Lesen der Angabe des Gehäusematerials zunächst an einen Aprilscherz denken könnte, liegt dieser keinesfalls vor. Das 38,5 Millimeter Gehäuse dieser Lange 1 ist tatsächlich aus Edelstahl gefertigt! Wie viele dieser Uhren in Stahl jemals die heiligen Hallen von A. Lange & Söhne verließen, darüber schweigt man sich in Glashütte aus. Nach Recherchen des Auktionshauses Dr. Crott ist dies jedenfalls erst das siebte Exemplar, welches bei einer Auktion auftaucht. Entsprechend auch der Schätzpreis, er liegt bei 220.000 bis 300.000 Euro.

Auktionstermin

Die 102. Auktion des Auktionshauses Dr. Crott findet am Montag den 29. Juni 2020 um 12 Uhr im Hotel Speicher 7, Rheinvorlandstraße 7, 68159 Mannheim statt. Vorbesichtigungen sind am Sonntag den 28. Juni 2020 zwischen 10:00 und 18:00, sowie am Montag den 29. Juni 2020 zwischen 8:30 und 11 Uhr möglich.

Hinweis zur Transparenz

Auktionen Dr. Crott (www.uhren-muser.de) ist Kooperations- und Werbepartner von Luxify. Die Auswahl und Beschreibung der hier präsentierten Auktionslots erfolgte jedoch rein unter redaktionellen Gesichtspunkten.

Fotos: © Auktionen Dr. Crott

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