Mittwoch der 7. Mai. Als ich die Nachricht bekam, die neue Sea-Dweller sei da, musste ich kurz checken, ob ich die vergangenen vier Monate nicht vielleicht im Tierfschlaf verbracht hatte. 7. Mai. Das bedeutet, dass zwischen Präsentation der 116600 in Basel und Auslieferung durch Rolex Deutschland gerade einmal sechs Wochen vergangen sind. Seit elf Jahren berichten wir aus Basel, so etwas hat es meines Wissens nach noch nicht gegeben.

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Als bekennender Rolex Fan mit einer absoluten Sea-Dweller Hassliebe brauche ich genau Sieben Minuten Dreißig, bis ich die SD4K in Händen halte. Wie wirkt sie wohl, so ganz in Ruhe am Arm? Die erste Überraschung gleich in der Box. Das Exemplar wird mit einem Deepsea Heftchen geliefert und sieht auf einmal gar nicht mehr so groß aus, wie auf den Bildern.

Ein Eindruck, der sich am Arm noch weiter verstärkt. Die 116600 wirkt, ich will nicht sagen winzig aber im Vergleich zu etwa einer 116710 GMT-Master II zumindest ein ganzes Stück kleiner. Dafür baut sie hoch. Nicht so hoch wie die Deepsea 116660, doch steht auch das Gehäuse der SD4K merklich vom Handgelenk ab.

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Die Lünette ist dick, nein nennen wir es, wie es ist, sie ist fett! In der Seitenansicht kommt das richtig gut und frontal ist die Cerachrom Lünette mit den 60 Minuten Einteilungen sowieso ein Traum. Der Bodendeckel schaut aus, als sei er von der vor sechs Jahren eingestellten Sea-Dweller 16600 1:1 übernommen worden, gleiches gilt für das Helium Auslassventil bei 9 Uhr.

Das Oyster-Band verjüngt sich. wie die meisten aktuellen Bänder, innerhalb von drei Bandgliedern, sämtliche weiteren Glieder sind austauschbar. Die Bandanstöße stehen, wie schon bei der Deepsea, über die Gehäusehörner über, was der Uhr eine technischere Erscheinung gibt, allerdings nicht jedem gefällt. Die Schließe wiederum ist eine Mischung aus aktueller Submariner Schließe und Deepsea Tauchverlängerung.

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Ähnlich der Deepsea und in Kontrast zu den aktuellen Submariner Modellen 114060 und 116610, spendiert Rolex der Sea-Dweller 2014 ein mattes Blatt. Dieses gibt der Uhr eine komplett andere Erscheinung. Erinnerungen an die 16660 aus den 80er Jahren werden wach. Wie bereits vor 30 Jahren, ist die Kombination von Saphirglas und mattem Blatt eine eher Schwierige. Das Zifferblatt wirkt dadurch, speziell in Kontrast zur tiefschwarzen Lünette größer, was die Uhr selbst wiederum eigentlich groß erscheinen ließe.

Wie Eingangs erwähnt, trifft das live allerdings nicht so wirklich zu. Im Gegenteil. Klein wirkend, gedrungen, dick und kopflastig – was hier wie eine Aneinanderreihung von Negativmerkmalen wirkt, ist im Grunde das, was die Sea-Dweller Modelle seit der 1665 immer ausgemacht hat.

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In sofern bekommt jeder Fan der Sea-Dweller, und davon gibt es einige, mit der 116600 genau die Uhr, nach der er sich seit sechs Jahren sehnt. Die SD4K führt die Tradition von 1665, 16660 und 16600 fort, ohne dabei der Deepsea als Ausnahmeuhr einerseits und den Submariner Modellen als Taucheruhr, die auch mal zum Anzug geht andererseits in die Quere zu kommen. Wer schon die alte Sea-Dweller mochte, der wird die Neue lieben. In sofern –

Well done, Rolex!

Die Rolex Sea-Dweller 4000, Ref. 116600 ist ab sofort zum Preis von 8.350 Euro erhältlich. Wartezeiten sind möglich.

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Fotos & Text: © Percy Christian Schoeler (PCS) 2014

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