Verbringt man seine Jugend in Wiesbaden, ist man, was den Reitsport angeht, nicht vollkommen unbewandert. Alljährlich gehört das dortige Pfingstturnier zu den Highlights und alles, was Rang und Namen hat (oder im Falle der Zuschauer dies zumindest von sich glaubt), pilgert an jenen Tagen in den Schlosspark zu Biebrich.

Luxify Longines Global Champions Tour Grand Prix of Rome 2018

Ludger Beerbaum auf Casello

Longines Global Champions Tour

Ein wenig Grundwissen meinerseits war somit durchaus vorhanden, als ich vergangenen Monat der Einladung zur Longines Global Champions Tour nach Rom folgte.

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Die ewige Stadt

Dennoch staune ich an jenem Samstag erst einmal nicht schlecht, als ich am Foro Italico vorfahre. Ein kurzer Fußweg durch das Eingangsgebäude mit den berühmten fünf olympischen Ringen, dann stehe ich vor dem Stadio dei Marmi.

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Stadio dei Marmi

Ein Turnier im Herzen von Rom

Dieses komplett aus Marmor gebaute Stadion mit seinen acht umlaufenden Stufen und den insgesamt 59 rund fünfeinhalb Meter hohen Statuen aus Carrara Marmor ist, man kann es nicht anders sagen, äußerst beeindruckend.

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Es ist Teil des großen Sportkomplexes der italienischen Hauptstadt mit seinem direkt daneben liegenden Olympiastadion und vielen weiteren Sportstätten und wurde 1932 zu Zeiten Mussolinis eingeweiht.

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Die Global Champions Tour (GCT) wurde im Jahr 2006 ins Leben gerufen. Seit 2007 gehört sie zur schwersten Turnierkategorie im Springreiten CSI5, seit 2013 ist Longines Hauptsponsor der GCT. In diesem Jahr macht die Tour Station in insgesamt 17 Städten auf der ganzen Welt. Auch jenes eingangs erwähnte Wiesbadener Pfingstturnier war übrigens einst Austragungsort der GCT, zuletzt allerdings vor fünf Jahren.

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Longines GCT Grand Prix of Rome 2018

Beim Blick in den strahlend blauen Himmel über Rom, den herrlich milden Temperaturen, bin ich allerdings so gar nicht traurig, an diesem Tage in Rom statt in meiner alten Heimat zu weilen. Punkt 16:30 Uhr geht es dann endlich los mit dem mit Spannung erwarteten Longines GCT Grand Prix of Rome.

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Evelina Tovek auf Castello 194

Das Starterfeld umfasst 35 Reiterinnen und Reiter, die um ein Preisgeld von insgesamt 300.000 Euro kämpfen. Für Deutschland dabei: Daniel Deusser, Christian Kukuk, Christian Ahlmann und Ludger Beerbaum.

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Daniel Deusser auf Calisto Blue

Eine fehlerfreie erste Runde – herausfordernd!

Im ersten Durchgang geht es darum, den Parcours fehlerfrei zu meistern. Kein leichtes Unterfangen. Einer nach dem Anderen scheitert an den bis zu 1,60 Meter hohen Hindernissen, beendet seine Runde mit zumindest vier Fehlerpunkten, wenn nicht mehr. Manche müssen sogar ganz abbrechen.

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Das im Stadio dei Marmi anwesende Publikum fiebert mit jedem Reiter mit, bei den beiden Italienischen Teilnehmern allerdings geht ein ganz besonderes Raunen durch die Reihen. Und auch, wenn man bislang noch nicht ganz so tief drin war in dieser Sportart, so hautnah dabei zu sein ist wirklich fantastisch. Eine ganz spezielle Atmosphäre, die einen sehr schnell in ihren Bann zieht.

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Dass es sich bei der GCT um die schwerste Kategorie an Springturnieren handelt, wird alleine schon bei den Ergebnissen der hier anwesenden internationalen Top-Reiter klar: lediglich fünf von ihnen schaffen am Ende eine komplett fehlerfreie Runde.

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Christian Ahlmann auf Tokyo

Die Besten kommen ins Jump-Off

Sie dürfen sich im anschließenden Jump-Off noch einmal miteinander messen, für die restlichen 30 ist für dieses Mal Schluss. Sie müssen auf ihre nächste Chance Anfang November in Doha warten.

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Neben möglicher Fehlerpunkte ist im Jump-Off die Zeit maßgeblich, welche benötigt wird, die nun in ihrer Anzahl deutlich reduzierten Hindernisse zu bewältigen. Von den fünf Startern schaffen immerhin vier eine fehlerfreie Runde.

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Ehrenrunde der Top 3

300.000 Euro Preisgeld

Mit einer Zeit von 37,45 Sekunden siegt am Ende der Brite Ben Mahler, der sich über ein Preisgeld von 99.000 Euro freuen kann. Zweiter wird Henrik von Eckermann aus Schweden (60.000 Euro), Platz Drei geht an den Belgier Jos Verlooy (45.000 Euro). Zusätzlich zu den Preisgeldern erhalten die Top 3 jeweils eine Longines Uhr.

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Kleine Stärkung für die Sieger…

Bester Deutscher wird Ludger Beerbaum, der mit vier Fehlerpunkten auf dem undankbaren dreizehnten Platz landet, gefolgt von Daniel Deuser auf Platz 14.

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… persönlich überreicht von Longines-Präsident Walter von Känel

Fantastische Unterhaltung am Abend

Die untergehende Sonne taucht den Platz in goldgelbes Licht, während die Umbauarbeiten für das Abendprogramm beginnen. Insgesamt drei Pferdeshows stehen ab 19 Uhr auf dem Programm.

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Carosello Villa Buon Respiro, Carosello Lancieri di Montebello und I Cavali Roma – Il Carnevale Romano halten dann die Besucher gleich über mehrere Stunden in Atem. Beim ein oder anderen Kunststück in vollem Galopp direkt vor den Zuschauertribünen bleibt einem dabei immer wieder kurz das Herz stehen. Was hier gezeigt wird, ist einfach unglaublich.

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Weltpremiere am nächsten Tag

Der darauffolgende Tag steht ganz im Zeichen der Uhr. Longines nutzt die Station der Global Champions Tour, um in Rom zum ersten Mal die Conquest V.H.P. GMT Flash Setting der Öffentlichkeit zu präsentieren. Eine Uhr, deren praktische GMT Funktion mittels Smartphone gesteuert werden kann, die aber dennoch keine Smart- oder Connected-Watch ist.

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Ein weiterer, traumhafter Tag neigt sich dem Ende zu

Wie soll das gehen ist die Frage, die nicht nur ich mir bei dieser Ankündigung stelle. Denn tatsächlich kommuniziert die Uhr weder mittels Wi-Fi oder Bluetooth, noch anderer Nahfeldkommunikation mit dem Smartphone.

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Weltpremiere in Roms „La Lanterna“

Longines Conquest V.H.P. GMT Flash Setting – smart, aber keine Smartwatch

Vereinfacht gesagt, erfolgt die Datenübertragung durch eine Art Morse-Code. Nachdem man in der Smartphone-App die gewünschte Zeitzone (möglich sind dabei auch die halb- und viertelstündigen Zeitzonen, etwa in Indien) ausgewählt hat, visiert man die Uhr mittels Kamera an. Nun beginnt das Smartphone, die Uhr anzublitzen, ein Lichtsensor im Zifferblatt bei 12 Uhr erkennt den Code und setzt ihn um.

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Longines-VP Juan-Carlos Capelli erklärt die Flash Setting Funktion

Ein insgesamt ziemlich interessantes Konzept, da Longines hier mit einer komplett anderen Denkweise an das Thema herangeht. Die nicht vorhandene Funkverbindung wirkt sich natürlich entsprechend positiv auf die Batterielebensdauer aus. Eine Gangabweichung von +/- 5 Sekunden pro Jahr (!!) und ein ewiger Kalender bis zum Jahr 2399 sind weitere Features der Quarzbetriebenen Uhr, die in zwei Größen (41 und 43 Millimeter), sowie in Stahl und PVD-Beschichtung erhältlich ist.

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Longines Conquest V.H.P. GMT Flash Setting

Die Teilnehmer der Longines Global Champions Tour können die GMT Funktion bei Ihren Turnieren auf den Kontinenten der Welt jedenfalls gut gebrauchen. Nach Doha im November zieht die GCT im Dezember weiter nach Prag, ehe es im kommenden Jahr für die 2019er Tour wieder in Metropolen wie Mexico City, Miami Beach oder Shanghai gehen wird. Und wer weiß, vielleicht steht irgendwann ja auch mal wieder das Pfingstturnier im Biebricher Schlosspark auf dem Programm.

Fotos: © PCS 2018

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