Breguet, Wien und das Weihnachtsgeschenk – so hieß eine kleine Geschichte von Anfang dieses Jahres (die es hier noch einmal nachzulesen gibt). Für einen Tag durfte ich mir damals eine Uhr aussuchen. Meine Wahl fiel – auf die Breguet Classique 7147 in Roségold.
Ein Wiedersehen auf der Breguet Classic Tour
München, ein gutes halbes Jahr später. Die Breguet Classic Tour (mehr zur Tour gibt es hier) macht Station in der bayerischen Landeshauptstadt und ich darf mit einigen anderen Journalisten, Bloggern oder neudeutsch „Influencern“ dabei sein. An meinem Arm: wieder eine Breguet Classique 7147, diesmal allerdings in Weißgold.
Erneut bricht für ein paar Stunden die ganz große Liebe aus und es wird immer klarer: sollte es irgendwann mal eine Breguet sein können, dann muss es diese sein! Grund genug, diesem Kunstwerk der Uhrmacherei (wie man unschwer erkennen kann, ich bin – wirklich – ein wenig verschossen in die Uhr) nochmal ein kleines Review mit weiteren, neuen Bildern zu gönnen.
Seit vergangenem Jahr auch mit Email-Blatt
Die Breguet Classique 7147, im Grunde ist das nicht eine Uhr sondern eine Kollektion von derer vier. Zwei unterschiedliche Blätter stehen zur Wahl, startete man auf der Baselworld 2016 mit dem Guilloche-Blatt, erweiterte man ein Jahr später die Modellpalette um ein Email-Blatt.
Beide Blätter gibt es sowohl für das Modell in Weißgold, wie auch für die Variante in Roségold.
Die Blätter in Grand-Feul-Email haben eine wunderbare Tiefe, sind mit einem „geheimen“ Breguet Schriftzug versehen und tragen die berühmten, leicht kursiven Breguet-Ziffern. Klassischer, traditioneller geht es kaum.
Ein Traum: das Guilloche Blatt der Breguet 7147
Und doch, mein ungeschlagener Favorit ist das versilberte und von Hand guillochierte Goldblatt.
Das Zusammenspiel des Clou de Paris Dekors in Verbindung mit dem kreisförmig satinierten, äußeren Ziffernkreis und dem Korb-Motiv der leicht zur 5-Uhr-Position verschobenen kleinen Sekunde verkörpert für mich, zusammen mit den gebläuten Breguet-Zeigern, genau die Details, die ich mit der Marke verbinde.
Gleiches gilt für das sehr flache Gehäuse der 7147. Der Gehäusering ist ultrafein kanelliert, die Lünette abgerundet, die Bandanstöße geschweißt und mit verschraubten Stegen versehen. Wasserdicht ist die Uhr so bis 30 Meter.
Perfekt ausbalancierte Proportionen
Mit 40 Millimetern Durchmesser scheint die Uhr optisch perfekt ausbalanciert, die versetzte kleine Sekunde sorgt für die gewisse Spielerei, die Breguetzeiger mit ihren durchbrochenen „Pomme“ Ringspitzen reichen exakt bis zum Stunden- bzw. in den Minutenkreis hinein. Details, die bei manchen Herstellern ja bis heute leider nicht immer selbstverständlich sind.
Durch den Saphirglasboden fällt der Blick auf das Kaliber 502.3SD, welches mit der Breguet Signatur und einer Individualnummer versehen ist. Trotz der äußerst geringen Bauhöhe verzichtet das Automatikkaliber auf die Verwendung eines Mikrorotors. Stattdessen ist die im Clous de Paris Muster guillochierte Schwungmasse in Richtung 9 Uhr verschoben. Ein ebenfalls recht spannendes Detail.
Fein finissiertes Uhrwerk mit Silizium
Das Uhrwerk selbst kann mit einem Côtes de Genève Dekor aufwarten und ist mit einer Breguet-Spiralfeder aus Silizium, sowie einer Ankerhemmung in umgekehrter Linie mit Gabelhörnern, ebenfalls aus Silizium, ausgestattet.
Silizium als gegenüber Magnetfeldern vollkommen unempfindliches, extrem korrosionsfestes, widerstandsfähiges und leichtes Material kommt bei den Uhrwerken von Breguet übrigens schon seit dem Jahr 2006 zum Einsatz und fand anschließend seinen Weg hin zu den Schwestermarken des Swatch Konzerns.
Fazit
Kommen wir zu meinem Fazit. Dass die 7147 meine ganz persönliche Wunsch-Breguet ist, das stand schon vor dem erneuten Zusammentreffen fest. Doch wäre vorher meine Wahl ganz klar auf Roségold gefallen, bin ich jetzt ein wenig hin und hergerissen. Denn auch im Weißgoldgehäuse kommt das guillochierte Blatt unglaublich schön zur Geltung. Der dezentere Farbton macht die Uhr gleichzeitig ein wenig „alltagskompatibler“. Die Frage, die bleibt: will man genau das bei einer Breguet überhaupt, oder darf es da nicht automatisch schon ein wenig „mehr“ sein? So oder so, ich hoffe auf ein baldiges, weiteres Zusammentreffen mit meiner Traumuhr von Breguet.
Datenblatt:
- Modell: Breguet Classique 7147, Referenz G7147BB129WU (Guilloche in Weißgold), G7147BR129WU (Guilloche in Roségold), G7147BB299WU (Email in Weißgold), G7147BR299WU (Email in Roségold)
- Gehäuse: 40 Millimeter, 18 Karat Weißgold oder 18 Karat Roségold, kanneliertes Mittelteil mit angeschweißten Bandanstößen und verschraubten Stegen, Saphirglas, Saphirglasboden, wasserdicht bis 3o Meter (3 bar)
- Zifferblatt: Grand-Feu-Email mit Breguet signiert oder 18 Karat Gold, versilbert und von Hand guillochiert, Breguetzeiger aus gebläutem Stahl
- Armband: Alligatorleder in schwarz (Weißgoldmodelle) bzw. braun (Roségoldmodelle), goldene Dornschließe
- Uhrwerk: Manufakturwerk, Kaliber 502.3SD, Automatik, 21.600 A/h (3 Hz), ca. 45 Stunden Gangreserve
- Funktionen: Stunde, Minute, kleine Sekunde auf 5 Uhr
- Preis: 20.300 Euro (Roségoldmodelle) bzw. 20.800 Euro (Weißgoldmodelle)
Fotos: © PCS 2018
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