Vierzehn Rolex GMT, vier Jahrzehnte Geschichte. Als ich mir die Uhren anschaute, die am 11. Mai bei Auktionen Dr. Crott zur Versteigerung kommen, war ich angesichts der Masse an Rolex GMT-Master und GMT-Master II Modellen schwer beeindruckt. 1675, 16750, 16760, 16700, 16710, 116718 – you name it.

Rolex GMT-Master Modelle der 60er, 70er, 80er, 90er und 2000er Jahre, zum Teil in absolutem Traumzustand, Pepsi soweit das Auge reicht, dazu zwei der schönsten Coke überhaupt, Root Beer, Fat Lady, man merkt schon, ich komme auch heute noch aus dem Staunen nicht mehr heraus.

So viele GMTs, da bilden sich automatisch auch einige Pärchen und Grüppchen. So beispielsweise die GMT (I) Reihe 1675, 16750 und 16700. Alle am Oysterband und mit schwarzer Lünette. Sozusagen der Straight Flush dieser Modellreihe.

Weiters: 16750 und 16760 mit traumhafter Patina. Als Zeugen einer Zeit, in der sich GMT und GMT II im Detail ganz massiv unterschieden – und doch ihre Gemeinsamkeiten nicht verbergen konnten.

Die Modelle der Auktion genau zu begutachten ist ein Muss für jeden Sammler von GMT-Master Modellen im Speziellen und Rolex Vintage Sportmodellen im Allgemeinen. Eine kurze Vorstellung der Uhren gibt es heute hier vorab.

Rolex GMT-Master II 16713 – Lot 254

Beginnen wir mit einer Uhr, die es mir echt angetan hat. Und das, obgleich es sich um ein Bicolor Modell handelt. Vielleicht komme ich ja langsam in das Alter? Diese „Root Beer“ 16713 jedenfalls ist in einem wunderbaren Zustand. Verkauft wurde sie am 7. August 1992 bei Juwelier Christ im Main-Taunus-Zentrum.

Die N-Serien GMT-Master II scheint danach jedenfalls nur wenig getragen worden zu sein. Booklets, Box und Papiere sind ebenso vorhanden wie die Originalrechnung. Ein wunderbares Full-Set für Sammler. Der Schätzpreis von Katalog-Nummer 254 (Link zum Auktionslot) wird mit 7.500 bis 9.000 Euro angegeben.

Rolex GMT-Master 1675/3 – Lot 230

Kommen wir zu einer weiteren Bicolor Rolex GMT-Master, diesmal einem Tigerauge der Referenz 1675. Die Uhr in Katalog-Nummer 230 (Link zum Auktionslot) stammt aus ca. 1977.

Eine hübsch gefadete, zweifarbige Lünette, das Jubiléband, sowie das mattbraune „Nipple-Dial“ geben dieser GMT ihren ganz besonderen Charakter. Der Schliff des Gehäuses entspricht nicht mehr dem Auslieferungszustand, sollte aber gut wieder „scharf“ zu bekommen sein. Schätzpreis der Uhr: 7.500 bis 10.000 Euro.

Rolex GMT-Master II 16713 – Lot 229

Eine weitere Bicolor bzw. Rolesor jaune GMT gibt es in Katalog-Nummer 229 (Link zum Auktionslot) zu sehen. Es handelt sich um eine Rolex GMT-Master II der Referenz 16713, stammend aus der L-Serie und verkauft am 11. Oktober 1990 bei Juwelier Weber in Gelsenkirchen.

Zifferblatt und Zeiger der Uhr wurden bei einem Service in den 2000er Jahren getauscht und sind mit Super-Luminova belegt. Mit dabei ist das Orignalzertifikat. Das alles zu einem Schätzpreis von 6.500 bis 7.500 Euro.

Rolex GMT-Master II 116718LN – Lot 253

Schauen wir uns nun die jüngste Rolex GMT der Auktion an. Die Referenz 116718 LN war 2005 die erste GMT-Master II mit Keramiklünette. Ebenfalls stark verändert wurde das Gehäuse, welches in dieser Form noch immer den Charakter der aktuellen Rolex Sportmodelllinie prägt.

Die Uhr in Katalog-Nummer 253 (Link zum Auktionslot) stammt aus der M-Serie und damit etwa aus 2007 / 2008. Sie scheint nur sehr wenig getragen worden zu sein. Box, Bedienungsanleitung und Hang Tag sind Teil des Lieferumfangs, nicht jedoch das Zertifikat. Der Schätzpreis dieser mit ihrem mattgrünen Blatt besonders spannenden Uhr liegt bei 15.000 bis 20.000 Euro.

Rolex GMT-Master 1675 – Lot 261

Kommen wir zu einer der heißbegehrtesten Referenzen der Rolex GMT-Master, der 1675. Jene aus Katalog-Nummer 261 (Link zum Auktionslot) stammt aus ca. 1973 und kommt mit schwarzer Lünette und Oysterband.

Ein echter Traum ist das (spätere) Zifferblatt mit wunderschöner Patina, sowie die farblich dazu passenden Zeiger. Zur Uhr gibt’s die originalen „punched Papers“ dazu, verkauft wurde sie am 11. Dezember 1975 in Hamburg Altona. Schätzpreis: 10.000 bis 15.000 Euro.

Rolex GMT-Master 16750 – Lot 262

Die Nachfolgereferenz der eben gezeigten Rolex GMT-Master ist die 16750. Diese gibt es in der darauffolgenden Katalog-Nummer 262 (Link zum Auktionslot) zu sehen. Die Uhr in schönem Zustand wurde am 8. September 1986 bei Juwelier Christ verkauft.

Spannend: laut Seriennummer stammt die Uhr eigentlich aus 1983/84, sollte somit noch ein mattes Blatt haben. Gut möglich, dass die Uhr aber erst deutlich später und dann bereits mit dem seinerzeit brandneuen Glanzblatt mit Weißgoldindex ausgeliefert wurde. So oder so, Brettchenbox, Papiere, Booklets, ja sogar Hangtag machen dieses Set zu etwas ganz Besonderem. Als Schätzpreis werden 10.000 bis 13.000 Euro angegeben.

Rolex GMT-Master 16700 – Lot 260

Zusammen mit den beiden zuvor vorgestellten Lots, bildet Katalog-Nummer 260 (Link zum Auktionslot) ein wunderbares Set. Denn hierbei handelt es sich um die erste Rolex GMT-Master (I) mit Saphirglas und somit wiederum um den Nachfolger der vorangegangenen Uhr.

Die Ref. 16700 stammt aus der T-Serie und wurde am 10. Oktober 1997 bei Mappin & Webb London verkauft. Das gelochte Originalzertifikat ist vorhanden. Der Schätzpreis wird mit 6.500 bis 8.500 Euro beziffert.

Rolex GMT-Master II 16760 – Lot 279

Mitte der 80er Jahre stellte Rolex die brandneue GMT-Master II vor. Sie zeichnete sich durch ein neues, dickeres Gehäuse aus, in dem das Kaliber 3085 seine Arbeit verrichtete. Im Gegensatz zur bisherigen GMT-Master ermöglichte die „II“, den Stundenzeiger unabhängig zu verstellen und so bequem durch die Zeitzonen zu wechseln. Optisch punktete die Neuheit durch ein Glanzblatt mit Weißgold-Indizes, Saphirglas, sowie eine schwarz-rote Lünette.

Die „Fat Lady“ 16710 in Katalog-Nummer 279 (Link zum Auktionslot) wurde laut beiliegendem Zertifikat am 31. August 1988 bei Bailey Banks & Biddle, USA verkauft. Die Uhr hat Tauschzeiger verbaut und eine Widmung „Charles Jackson“ auf dem Gehäusedeckel. Schätzpreis: 7.500 bis 9.500 Euro.

Rolex GMT-Master II 16760 – Lot 247

Eine weitere „Fat Lady“, diesmal auch noch als traumhaftes Full Set, erwartet uns in Katalog-Nummer 247 (Link zum Auktionslot). Die 16760 wurde am 19.8.1988 bei Christ in Frankfurt verkauft. Neben der original Kissenbox mit Kraterumkarton, Booklets und Zertifikat ist auch noch die Originalrechnung vorhanden.

Die GMT-Master bzw. GMT-Master II war das einzige Modell im Sportuhren-Programm von Rolex, welches optional ab Werk auch mit dem feingliedrigen Jubiléband ausgeliefert wurde. Jenes an dieser Uhr ist mit I8 gemarkt, es sollte sich somit noch um den Original Auslieferungszustand handeln.

Gehäuse, Zifferblatt und Zeiger sind in einem sehr schönen Zustand. Eine Uhr, bei der man wirklich schwach werden kann. Sicherlich eines der ganz großen Rolex Highlights dieser Auktion – zum Schätzpreis von 9.500 bis 13.000 Euro.

Rolex GMT-Master 1675 – Lot 268

Kommen wir zur ältesten Rolex GMT-Master dieser Auktion, erneut einer 1675. Die Uhr aus Katalog-Nummer 268 (Link zum Auktionslot) stammt aus ca. 1965 und kommt mit einem traumhaft schönen Gilt-Dial daher. Einziges Manko: von der Leuchtmasse des 4-Uhr-Dots ist nur noch wenig vorhanden.

Interessant an dieser Uhr ist auch ihr Band. Es handelt sich um ein sogenanntes „coffee bean“ Band, einem Jubilé-Band aus US-amerikanischer Produktion. Schätzpreis der Uhr: 20.000 bis 25.000 Euro.

Rolex GMT-Master 16750 – Lot 250

In Katalog-Nummer 250 (Link zum Auktionslot) erwartet uns eine weitere Rolex GMT-Master der Referenz 16750. Sie wurde laut mitgeliefertem Originalzertifikat am 19. Mai 1988 bei H Herbert Hall Jewelers, USA verkauft.

Die Leuchtmasse der Weißgold-Indizes des Lackblattes haben eine schöne Patina, das „Pepsi“ Lünetteninlay ist leicht ausgeblichen. Für „Fans“: auch die Reste des Bodenklebers sind noch vorhanden. Der Schätzpreis wird mit 7.500 bis 9.500 Euro angegeben.

Rolex GMT-Master 16750 – Lot 275

Noch einmal eine 16750, noch einmal aus ca. 1986: die GMT-Master aus Katalog-Nummer 275 (Link zum Auktionslot). Wer mit altersgerechter Patina nicht ganz so viel anfangen kann, ist hier bestens bedient. Denn die Uhr hat ein SWISS MADE Serviceblatt mit Superluminova und Zeiger mit ebenfalls aktueller Leuchtmasse.

Auch diese GMT-Master ist wieder mit einem Jubiléband ausgestattet, ihre Pepsi-Lünette ist ebenfalls nahezu neu. Eine moderne Uhr mit leichtem Vintage-Charme durch ihr Plexiglas, das Ganze zum Schätzpreis von 9.000 bis 12.000 Euro.

Rolex GMT-Master II 16710 – Lot 249

Aus der X-Serie – und somit aus ca. 1991 – stammt die Rolex GMT-Master II in Katalog-Nummer 249 (Link zum Auktionslot). Es handelt sich um die Referenz 16710, die von 1988 an nahezu zwei Jahrzehnte lang „die“ GMT im Rolex Programm war.

Verbaut ist das zur Bauzeit passende „SWISS – T<25“ Blatt, welches noch so gut wie keine Alterungsspuren zeigt. Obgleich die GMT-Master II in jenen Jahren offiziell ausschließlich mit der Schwarz-Burgunderfarbenen „Coke“ Lünette erhältlich war, wechselten viele Kunden auf den „Pepsi“ Look der GMT-Master (I). So zeigt sich auch diese Uhr ganz in Blau-Rot. Schätzpreis: 7.500 bis 9.500 Euro.

Rolex GMT-Master II 16710T – Lot 274

Nach Einstellung der GMT-Master (I) im Jahr 2000 waren dann auch offiziell alle drei Lünetteneinlagen für die GMT-Master II freigegeben. Diese bekam in selbem Jahr ein neues Band mit massiven Anstößen, drei Jahre später erfolgte ein Gehäuse ohne durchbohrte Hörner. Jene Neuerung fand mit dem Buchstaben „T“ auch Einzug in die ins Gehäuse gravierte Referenznummer.

Eine solche 16710 T, allerdings aus der späten F-Serie, finden wir in Katalog-Nummer 274 (Link zum Auktionslot). Die Uhr wurde am 9. Juli 2005 bei Wempe Hamburg verkauft und scheint nahezu ungetragen. Neben dem Originalzertifikat gehören die Box und zwei Hang-Tags mit zum Lieferumfang. Eine sehr schöne Uhr zum Schätzpreis von 7.000 bis 11.000 Euro.

Auktionstermin

Die 99. Auktion des Auktionshauses Dr. Crott findet am Samstag den 11. Mai 2019 um 12 Uhr im SkyLoft Eventzentrum des Sheraton Hotel am Frankfurter Flughafen statt. Vorbesichtigungen sind am Vortag der Auktion, also am Freitag den 10. Mai 2019 zwischen 14 und 20 Uhr, sowie am Auktionstag selbst zwischen 8:30 und 11 Uhr möglich.

Hinweis zur Transparenz

Auktionen Dr. Crott (www.uhren-muser.de) ist Kooperations- und Werbepartner von Luxify. Die Auswahl und Beschreibung der hier präsentierten Auktionslots erfolgte jedoch rein unter redaktionellen Gesichtspunkten. Eine Einflussnahme seitens des Auktionshauses fand nicht statt.

Fotos: © PCS 2019

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