by R-L-X

Eine aktuelle Rolex Submariner in ihrer Stahl-Gold Ausführung ist nicht unbedingt das Modell, welches man in einer großen Uhrenauktion erwarten würde. Doch dass diese 116613 LN alles andere als alltäglich ist, das zeigt bereits ihr Schätzpreis…

Auch dieses Mal hatte ich im Vorfeld der kommenden Dr. Crott Auktion die Möglichkeit, einige ausgewählte Uhren schon vorab zu sehen. In der mir bereitgestellten Auswahlliste blieb mein Blick an einer Bicolor Submariner hängen. Nicht, dass ich jetzt einen besonderen Faible für dieses Modell hätte, nein. Der aufgerufene Schätzpreis war das, was mich stutzig werden ließ. 22.000 bis 28.000 Euro stand da. 

22.000 bis 28.000 Euro? Für eine Rolesor jaune, eine Stahl-Gold Submariner? Kein Zweifel. Da muss ein Fehler vorliegen. Nein, hieß es alsbald auf meine Nachfrage, kein Fehler. Die Uhr wäre Teil einer Kleinserie und ich solle mir unbedingt mal die Box anschauen. 

Kleinserie? Bei Rolex? Also bitte. Sowas gibt’s doch gar nicht. Eventuell eine Uhr aus der Feder eines selbsternannten “Veredlers”? Die Box kommt und sieht zunächst nicht ungewöhnlich aus. Der Umkarton lässt auf die größere Version der aktuellen Standardbox schließen. Ich öffne den Umkarton und bin – sprachlos! 

Was ist DAS denn? Eine Box, wie ich sie noch nie zuvor gesehen habe. Mit einem mir bis dato gänzlich unbekanntem Relief. Nach dem Aufklappen des “Überraschungs-Kischtlis” wird die Sache klarer. Mich schaut ein riesiger Rolex Schriftzug an, wie man ihn im Fernsehen sieht, wenn Gewinnern von Sportveranstaltungen eine Uhr übergeben wird. 

Ich bin auf dem richtigen Weg. Mehr Informationen gibt die Uhr selbst her. Zunächst nicht von einer normalen 116613 LN zu unterscheiden, versteckt sich des Rätsels Lösung auf dem Bodendeckel. In Form einer Gravur. “Maxi Yacht Rolex Cup – Winner 2014” ist dort zu lesen. Die beiliegende Garantiekarte trägt den Client Code 189 (also eigentlich Italien), ist aber ausgestellt von Rolex SA Geneve, Suisse höchstpersönlich. 

Handschriftlich ist “P.to Cervo, Sept 2014” eingetragen und genau dort, in Porto Cervo auf Sardinien fand im September 2014 jener Maxi Yacht Rolex Cup statt. Die Gewinnerteams der einzelnen Klassen konnten neben der Cup-Trophäe auch eine Rolex Uhr mit nachhause nehmen. Und eine davon hat nun ihren Weg zu Stefan Muser ins Auktionshaus Dr. Crott gefunden. 

Zur 96. Auktion, die am Samstag, 18. November im Sheraton Hotel am Frankfurter Flughafen stattfindet, kann diese Uhr (Link zur Auktion) mit der Seriennummer N6006568 dann einen echten Rolex Fan glücklich machen. Auf ihn wartet eine nicht ganz so alltägliche Submariner. Eine, an die es normalerweise kein Rankommen gibt. Es sei denn, man gewinnt den Maxi Yacht Rolex Cup. Der findet übrigens auch im September des kommenden Jahres wieder statt. Bleibt also noch ein wenig Zeit zum Üben, falls es mit dem Zuschlag nicht klappen sollte…

 

Fotos: © Yacht Club Costa Smeralda (1), PCS (6)
Text: © Percy Christian Schoeler (PCS) 2017

 

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